Zweiter Frühling des Kino Alhambra verzögert sich

Die Neueröffnung des Kinosaals mit Blockbustern und tamilischen Filmen ist um zwei Wochen verschoben worden.

Das Kino Alhambra ist von Kirithas Balasubramaniam vor der Schliessung gerettet worden.

Das Kino Alhambra ist von Kirithas Balasubramaniam vor der Schliessung gerettet worden. Bild: zvg

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Ende Februar gab es für Berner Kinofreunde eine freudige Überraschung: Das altehrwürdige Alhambra, eines der grössten Kinos der Stadt, wurde von einem jungen Unternehmer vor der Schliessung gerettet. Das Filmtheater mit 400 Plätzen gehörte zu den Kitag-Kinos, die in der Bundesstadt reihenweise dicht machen. Die Kitag zeigte dort am 21. Februar seinen letzten Film.

Dank Kirithas Balasubramaniam soll das Alhambra einen zweiten Frühling erleben. Im Programm werden neben Hollywood-Kassenschlagern auch der eine oder andere Kollywood-Streifen stehen: Tamilischsprachige Filme aus dem indischen Bundesstaat Tamil Nadu, die bei der grossen tamilischen Diaspora in der Schweiz – zu der auch Balasubramaniam gehört – besonders beliebt sind. Den Übernamen Kollywood erhalten die Filme in Anlehnung an Hollywood, das indische Bollywood und an Kodambakkam, das Stadtviertel von Chennai, das das Zentrum der tamilischen Filmindustrie bildet. Bereits in der ersten Märzwoche sollten die Projektoren im Alhambra wieder laufen.

Die Neueröffnung hat sich nun jedoch verzögert. Laut Balasubramaniam gab es Probleme bei den Verhandlungen mit dem Filmverleih. «Wir haben noch nicht für alle Filme die Rechte erhalten.» Verhandlungsgegenstand seien gewisse aktuelle Hollywood-Filme. «Die tamilischen Filme sind viel einfacher zu erhalten als die amerikanischen Blockbuster.» Der Start ist nun für den 22. März geplant. Mit welchem Film er das Programm eröffnet, kann Balasubramaniam aufgrund der noch laufenden Verhandlungen nicht sagen. Ab kommendem Montag seien die Filme und Spielzeiten aber auf der Seite Cineman.ch abrufbar.

Kollywood-Konkurrenzkampf?

Welche und wie viele tamilische Filme gezeigt werden, wird wohl besondere Aufmerksamkeit erregen. Doch ein Kollywood-Kino ist in Bern eigentlich kein Novum. Im Kino ABC im Breitenrainquartier zeigt Balachandran Sinnathamby bereits seit 20 Jahren Filme aus Indien: viele in tamilischer Sprache, einige auf Hindi mit englischen Untertiteln. Die Vorstellungen finden rund zwei Mal pro Monat statt, laut Sinnathamby war der Kinosaal schon mehrmals voll: «Wie bei Hollywood-Filmen kommen die Leute, um neue Blockbuster zu schauen oder um ihre Lieblingsschauspieler zu sehen.»

Ob sich eine neue Kino-Rivalität abzeichnet? Balasubramaniam vom Alhambra winkt ab: Er und Sinnathamby kennen sich schon länger, ein allfälliger Wettbewerb würde freundschaftlich verlaufen. «Geschäftlich sind wir vielleicht Konkurrenten, aber wir bleiben gute Kollegen.» Viele Gründe für wirtschaftliche Reibungen gebe es ohnehin nicht. «Er holt seine Filme aus Indien, ich meine aus England», sagt Balasubramaniam. «Um exklusive Filmrechte werden wir uns also nicht streiten.» Zudem sei der Markt für tamilischsprachige Kinofilme in Bern gross genug für zwei Anbieter.

Balachandran Sinnathamby ist auch nicht an einem Wetteifer interessiert. Die indischen Filme sind für ihn kein Haupterwerb. «Für mich ist das ein Hobby, ich will damit nicht das grosse Geld machen.» Er hofft aber, dass Balasubramaniam mit Kollywood Erfolg hat. «Ich wünsche ihm Glück!» (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 12.03.2018, 16:47 Uhr

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