Zwei Müller-Märkte in der Spitalgasse

In den ehemaligen Charles Vögele an der Spitalgasse zieht ein Müller – obwohl sich vis-à-vis schon einer befindet.

Einer der alten Vögele-Läden wird zu einem Müller-Markt umgebaut. (Archiv)

Einer der alten Vögele-Läden wird zu einem Müller-Markt umgebaut. (Archiv) Bild: Adrian Moser

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An der Berner Spitalgasse 23, zwischen Loeb und Globus, verkaufte bis diesen Sommer Charles Vögele seine Kleider. Doch die Schweizer Modemarke ist Geschichte. Die Läden wurden diesen Sommer in Filialen der italienischen Marke OVS umgewandelt – mit Ausnahme von jener an der Spitalgasse. Unterdessen steht fest, wer der Nachmieter des Ladenlokals ist: die deutsche Drogeriekette Müller, die bereits schräg gegenüber, an der Spitalgasse 26, eine Filiale betreibt.

Will Müller zwei Filialen am gleichen Ort betreiben? Offenbar schon. Eine Mitarbeiterin sagte dem «Bund», die bisherige Filiale bleibe bestehen. Von der Zentrale des deutschen Detailhändlers gab bis am Donnerstagabend zwar niemand Auskunft. Doch zahlreiche Stelleninserate auf Jobbörsen bestätigen die Aussage der Mitarbeiterin. So sucht das Unternehmen derzeit für die bisherige Filiale einen Filialleiter und Kassenpersonal. Gleichzeitig werden für die neue Filiale Kassierer, Drogisten und Verkaufsberater in den Abteilungen Drogerie, Parfümerie, Schreibwaren und Spielwaren gesucht.

Aus den Jobinseraten geht auch hervor, dass der neue Müller-Markt riesig wird. Die Verkaufsfläche betrage 1980 Quadratmeter, heisst es. Das sind fünf Mal mehr als bei der bisherigen Filiale. Entsprechend grösser ist das Sortiment. Während in der bisherigen Filiale in erster Linie Drogeriewaren verkauft werden, wird es im neuen Müller-Markt ausser Lebensmitteln praktisch alles geben.

Das süddeutsche Unternehmen kommt zwar ursprünglich von den Drogeriewaren her. Sein Gründer Erwin Müller – in Deutschland als Drogeriekönig bekannt–, machte einst eine Coiffeurlehre und begann dann in Coiffeursalons Parfüms, Kosmetik und Drogeriewaren zu verkaufen. Heute ist das von ihm gegründete Unternehmen allerdings eine internationale Handelskette mit breitem Non-Food-Sortiment.

Vögele-Verkäuferinnen versetzt

Während Müller neue Leute einstellt, wurden die Charles-Vögele-Verkäuferinnen in andere Filialen verlegt, etwa in jene an der Marktgasse. Ein paar wenigen wurde gekündigt. Laut Charles-Vögele-Sprecherin Nicole Borel hat das Unternehmen 90 Prozent der 42 Angestellten eine neue Stelle in einer umliegenden Filiale angeboten. Entsprechend dürfte es sich um vier Personen handeln, für die es keine Anschlusslösung gab. Ihnen sei keine Abfindung bezahlt worden, sagt Michael Bolettieri von der Gewerkschaft Unia. Er kritisiert zudem die späte Information des Unternehmens: «Die Verkäuferinnen wussten bis zum Tag vor der Schliessung nicht, was mit ihnen passiert.»

Die Schweizer Modekette Charles Vögele war nach einem jahrelangen Überlebenskampf im letzten Jahr an eine Investorengruppe verkauft worden, zu der die italienische Modekette OVS gehört. (Der Bund)

Erstellt: 13.10.2017, 07:02 Uhr

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