Zuerst das Zentrum Paul Klee ganz für Ausstellungen nutzen

Berner Kunstmuseum und Klee-Zentrum erhalten in den nächsten Jahren mehr Fläche für mehr Ausstellungen.

Hier ist noch Platz: Das Zentrum Paul Klee.

Hier ist noch Platz: Das Zentrum Paul Klee.

(Bild: Valérie Chételat)

Marcello Odermatt@cellmob

Alexandre Schmidt rennt mit seiner Idee, das Berner Waisenhaus zum Kunstmuseum umzubauen, offene Türen ein. Zumindest ist der Präsident des Stiftungsrats von Kunstmuseum und Zentrum Paul Klee (ZPK), Jürg Bucher, «offen» für den Vorschlag des FDP-Gemeinderats. Allerdings setzt Bucher zuerst auf die Sanierung und den Ausbau der bereits bestehenden Räume und Gebäude von Kunstmuseum und ZPK. So wird etwa laut Bucher «geprüft», den südlichen Teil des Zentrums Paul Klee ebenfalls für Ausstellungen zu nutzen.

Dort befindet sich heute die Administration des ­Museums, die dereinst ausgelagert werden könnte. Das gesamte Klee-Zentrum könnte so zu einem grossen Museum werden. Zudem will der Stiftungsrat noch in diesem Jahr die Sanierung des Kunstmuseums und den Ausbau der ab 2018 leer stehenden Räume aufgleisen.

Doch darüber hinaus ist Bucher an weiteren Standorten interessiert. Denn: «Um den Kunstplatz Bern weiterzuentwickeln und noch stärker zu positionieren, brauchen wir mehr Ausstellungs- und Lagerfläche.» Flächenmässig liege Bern trotz der geplanten Ausbauten hinter Basel und Zürich. Die Idee von Schmidt sei daher «prüfenswert». Dass aber der Ausbau der Museumslandschaft in der Stadt Bern auch eine finanzielle Frage ist, verschweigt Bucher nicht. Er sagt: «Wenn der Finanzminister auch noch gleich die Finanzen mitbringt, dann sind wir sogar noch offener für diesen Vorschlag.»

Tauglichkeit infrage gestellt

Ob sich das Gebäude am Waisenhausplatz museumstechnisch aber überhaupt eignet, könne er, Bucher, noch nicht beurteilen. Fragezeichen hinter die Tauglichkeit des Waisenhauses stellt auch Stadtpräsident Alexander Tschäppät (SP). Es müsse zuerst geprüft werden, ob sich das Gebäude für Ausstellungen überhaupt eigne, sagt er. Schmidts Idee scheint ihm daher «noch nicht ausgegoren».

Zudem ist für Tschäppät überhaupt nicht klar, ob die Kantonspolizei das Waisenhaus je verlassen will. «Ich bin bisher davon ausgegangen, dass die Polizei insbesondere einen neuen Standort für ihre Aussenposten sucht und nicht für jenen in der Innenstadt.» Er, Tschäppät, vermute, dass Schmidts Idee über den Wahlherbst hinaus keinen Bestand haben werde.

Wie es mit der Suche der Polizei nach einem neuen Standort derzeit aussieht, konnte gestern nicht in Erfahrung ­gebracht werden. Weder die Polizei noch das für die Standortsuche zuständige Amt in der Kantonsverwaltung konnte zum Thema Auskunft geben.

Der Bund

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