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Zucker für die Jugend

Der Berner Gemeinderat legt die Endfassung des Nachtleben-Konzepts vor – und entzieht damit seinen Kritikern den Boden.

Christoph Lenz
Gemeinderat und Sicherheitsdirektor Reto Nause in den ehemaligen Räumen der Sanitätspolizei. Hier sollen bald Partys für Jugendliche steigen.
Gemeinderat und Sicherheitsdirektor Reto Nause in den ehemaligen Räumen der Sanitätspolizei. Hier sollen bald Partys für Jugendliche steigen.
Adrian Moser
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Seit über drei Jahren steht der Berner Gemeinderat im Kreuzfeuer von Jugendvertretern, Clubbetreibern und Nachtlebenaktivisten. Die oft wiederholten Vorwürfe: Die Stadtregierung nehme die Anliegen der Jugend nicht ernst. Sie schiebe das Dossier Nachtkultur mit spitzen Fingern vor sich her. Und sie sei nicht zu echten Zugeständnissen bereit.

Dieser Kritik hat der Gemeinderat mit der Endfassung des Nachtleben-Konzepts den Boden entzogen. Durchgehende Öffnungszeiten für Clubs, einfachere und schnellere Bewilligungsverfahren für Spontanpartys, neue Räume, mehr Zwischennutzungen – in vielen Massnahmen manifestiert sich die Absicht der Behörden, die Liberalisierung des Berner Nachtlebens aktiv voranzutreiben. Repressive Instrumente wie die Beschränkung des Alkoholverkaufs ab 20 Uhr hat der Gemeinderat gestrichen. Mit anderen Worten: Es gibt Zucker für die Jugend.

Jedoch: Der Praxistest für das Konzept steht noch aus. Dabei wird in den kommenden Monaten und Jahren nicht nur interessieren, welche Massnahmen sich realisieren lassen und wie die neuen Angebote genutzt werden. Sondern vor allem auch, ob die Nachtschwärmer mit den ihnen nunmehr anvertrauten Freiheiten verantwortungsvoll umgehen können. Falls nicht, dürfte das Pendel bald schon zurückschlagen.

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