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Ziemlich schräg

«23 ½ Grad»: Einen kürzeren Buchtitel gibt es kaum. Für Gerhard Joos, ehemaliger Gymnasiallehrer, ist die Schrägstellung der Erdachse ein «globales Mass».

Dölf Barben
So tief wie heute, am Tag der Wintersonnenwende, steht die Sonne in Bern sonst nie. Am Mittag erreicht sie bloss noch eine Höhe über dem (mathematischen) Horizont von 19,5 Grad.
So tief wie heute, am Tag der Wintersonnenwende, steht die Sonne in Bern sonst nie. Am Mittag erreicht sie bloss noch eine Höhe über dem (mathematischen) Horizont von 19,5 Grad.
Adrian Moser
Die Sonne steigt nach dem 21. Dezember keineswegs mit gleichmässiger Geschwindigkeit in höhere Regionen des Himmels auf. Im ersten Monat schafft sie nur 3,5 Grad, im dritten dann 12. Diese Ungleichmässigkeit ist darauf zurückzuführen, dass die Veränderung der Mittagshöhe der Sonne einer Sinuskurve folgt. Im Bereich der Scheitelpunkte fallen die Veränderungen geringer aus als im Bereich der Nulllinie.
Die Sonne steigt nach dem 21. Dezember keineswegs mit gleichmässiger Geschwindigkeit in höhere Regionen des Himmels auf. Im ersten Monat schafft sie nur 3,5 Grad, im dritten dann 12. Diese Ungleichmässigkeit ist darauf zurückzuführen, dass die Veränderung der Mittagshöhe der Sonne einer Sinuskurve folgt. Im Bereich der Scheitelpunkte fallen die Veränderungen geringer aus als im Bereich der Nulllinie.
zvg
Die Erdrotationsachse hat derzeit eine Schrägstellung von 23,4370 Grad. Dieser Winkel jedoch ist variabel. Innerhalb von rund 40'000 Jahren schwankt er zwischen 21,9 und 24,3 Grad. Gegenwärtig verringert sich sein Wert; die Erde richtet sich also gewissermassen leicht auf.
Die Erdrotationsachse hat derzeit eine Schrägstellung von 23,4370 Grad. Dieser Winkel jedoch ist variabel. Innerhalb von rund 40'000 Jahren schwankt er zwischen 21,9 und 24,3 Grad. Gegenwärtig verringert sich sein Wert; die Erde richtet sich also gewissermassen leicht auf.
zvg
Da sich die Neigung der Erdachse dauernd minim verändert, verändert sich auch die Lage der Wendekreise. Eine kurzzeitige Achsenschwankung von nur einer Bogensekunde überträgt sich mit rund 30 Metern ins Gelände. Wer sich also bei einer Markierung wie dieser hier in Madagaskar befindet, steht kaum je exakt auf dem Wendekreis, sondern nur mehr oder weniger in der Nähe.
Da sich die Neigung der Erdachse dauernd minim verändert, verändert sich auch die Lage der Wendekreise. Eine kurzzeitige Achsenschwankung von nur einer Bogensekunde überträgt sich mit rund 30 Metern ins Gelände. Wer sich also bei einer Markierung wie dieser hier in Madagaskar befindet, steht kaum je exakt auf dem Wendekreis, sondern nur mehr oder weniger in der Nähe.
zvg
Wer sagt, der Mond kreise um die Erde, hat schon recht. Aber tatsächlich ist es so, dass beide Himmelskörper um den gemeinsamen Schwerpunkt kreisen. Es ist vergleichbar mit einem Erwachsenen, der ein Kind an den Händen hält und sich mit ihm im Kreise dreht. Da die Erde eine über 80 Mal grössere Masse hat als der Mond, befindet sich die Drehachse des Systems innerhalb der Erde (roter Punkt).
Wer sagt, der Mond kreise um die Erde, hat schon recht. Aber tatsächlich ist es so, dass beide Himmelskörper um den gemeinsamen Schwerpunkt kreisen. Es ist vergleichbar mit einem Erwachsenen, der ein Kind an den Händen hält und sich mit ihm im Kreise dreht. Da die Erde eine über 80 Mal grössere Masse hat als der Mond, befindet sich die Drehachse des Systems innerhalb der Erde (roter Punkt).
zvg
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So kommt es heraus, wenn einer sich leidenschaftlich einer Sache verschreibt. Dann liegt plötzlich ein Buch auf dem Tisch, das alles enthält, was ihn zeitlebens fasziniert hat. Bei Gerhard Joos ist es die Geoastronomie. Diesen Begriff hat der pensionierte Gymnasiallehrer aus Köniz selber geprägt. Er beschreibt damit die Schnittstelle zwischen Geografie und Astronomie. Es geht um die Erde als Planet, um ihre ewige Reise um die Sonne, um ihren Begleiter, den Mond, und um all das, was sich aus all dem ergibt.

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