Zieht Kino Kunstmuseum ins Ciné Rex?

Stadt Bern wäre bereit, 100'000 Franken an den Kino-Umbau beizusteuern.

Zieht das Kino Kunstmuseum bald ins Cinema Rex?

Zieht das Kino Kunstmuseum bald ins Cinema Rex?

(Bild: Martin Guggisberg)

Christoph Lenz@lenzchristoph

Der Beitrag steht ganz unten im siebenseitigen Dokument, in dem die Stadt Bern ihre 2013 bewilligten Kulturfördergelder offenlegt. Doch er hat es in sich: 100'000 Franken hat die Abteilung Kulturelles für das Kino Kunstmuseum gesprochen. Der Zweck: «Infrastrukturbeitrag Cinema Rex».

Damit konkretisiert sich, was seit einigen Wochen als Gerücht die Runde macht: Das Kino Kunstmuseum könnte bald schon an der Schwanengasse 9 im derzeit noch von der Kitag betriebenen Ciné Rex einziehen.

Verhandlungen laufen

Das Kino Kunstmuseum, das sich vor rund zwei Jahren in der Berner Kinolandschaft neu positioniert hat, sieht sich nicht ohne Grund nach einer anderen Bleibe um. Aktuell ist es im Untergeschoss des Kunstmuseums Bern einquartiert. Bereits 2010 hat das Museum aber Eigenbedarf angemeldet. Um Raum zu schaffen für die geplante Abteilung Gegenwart, muss das Kino Kunstmuseum auf absehbare Zeit seinen derzeitigen Standort aufgeben.

Der Umzug ins Ciné Rex wird von offizieller Seite allerdings noch nicht bestätigt. Es fänden gegenwärtig Verhandlungen mit verschiedenen Partnern statt, erklärt Thomas Allenbach, Leiter des Kino Kunstmuseum, auf Anfrage. «Wir werden die Öffentlichkeit informieren, sobald spruchreife Ergebnisse vorliegen.»

Innenstadtkinos habens schwer

Kitag-Geschäftsführer Philippe Täschler war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Aufgrund des Geschäftsgangs wäre es aber keine grosse Überraschung, wenn das Unternehmen daran interessiert wäre, einen seiner insgesamt vierzehn Berner Säle aufzugeben. Zum einen macht das Pathé-Multiplex im Westside den Innenstadtkinos zu schaffen. Nur fünf Jahre nach dessen Eröffnung wird bereits jedes zweite Berner Kinoticket in Brünnen verkauft. Bereits 2009 zog Quinnie, die dritte grosse Kinobetreiberin auf dem Platz Bern, die Konsequenzen aus der neuen Marktsituation und sperrte das Kino Splendid zu.

Die Kitag übernahm 2010 das traditionsreiche Kino in der Von-Werdt-Passage und rüstete die Säle mit 3-D-Technik auf. Die Kitag glaube an die Innenstadtkinos, erklärte Geschäftsführer Philippe Täschler. Inzwischen dürfte diese Zuversicht aber verflogen sein: 2010 und 2011 brachen die Kitag-Ticketverkäufe um jeweils rund zehn Prozent ein. 2012 war zwar ein besserer Jahrgang, dies aber nicht zuletzt dank Kassenschlagern wie dem James-Bond-Streifen «Skyfall». Von einer Trendwende kann vorerst kaum die Rede sein.

Beitrag nur unter Vorbehalten

Noch vor drei Jahren stand die Zukunft des Kino Kunstmuseum auf Messers Schneide. Die städtische Abteilung Kulturelles wollte dem Kino die Subventionen um 50'000 Franken auf 120'000 Franken kürzen. Nun blickt die Stadt mit mehr Wohlwollen aufs Kino Kunstmuseum: «Die Abteilung Kulturelles befürwortet es, wenn eine dauerhaft finanzierbare Lösung zur Weiterführung des Kinos an einem neuen Ort durch einen Investitionsbeitrag der Stadt Bern ermöglicht werden kann», erklärt Projektleiter Martin Müller.

Allerdings: Der vorgesehene Beitrag von 100 000 Franken der Stadt Bern ist noch nicht in trockenen Tüchern. Zum einen ist er abhängig davon, dass es zwischen Kino Kunstmuseum und Kitag zum Handschlag kommt. Ein zweiter Vorbehalt ist gemäss Martin Müller die Fortführung des Leistungsvertrags zwischen Stadt und Kino in der Periode 2016 bis 2019. Es müsse noch geklärt werden, ob der Beitrag gesprochen werden könne, auch wenn die Verhandlungen zu den Leistungsverträgen noch nicht geführt worden sind.

DerBund.ch/Newsnet

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt

Loading Form...