Zahlreiche Anzeigen wegen Publibike-Klau

Der Velodiebstahl in Bern bleibt nicht ohne Folgen: Die betroffene Firma bereitet über 20 Anzeigen vor, die Polizei hat bereits sechs Personen angezeigt.

Das Publibike-Unternehmen geht nun gegen die Diebe von Verleihvelos vor.

Das Publibike-Unternehmen geht nun gegen die Diebe von Verleihvelos vor. Bild: Adrian Moser

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Wer in der letzten Woche ein Verleihvelo auf der Berner Strasse erblickt hat, fragte sich ganz automatisch: Ausgeliehen oder geklaut? Diese Frage war kaum zu beantworten. Klar ist: Wer ein Publibike mit dem bekannten Kniff entwendet (der «Bund» berichtete) und erwischt wird, muss mit einer Anzeige rechnen.

Trotzdem möchte Postauto seine Kunden nicht vergraulen: «Wir wollten nicht, dass alle Nutzer von Publibike unter Generalverdacht geraten», sagt die Mediensprecherin von Postauto, Katharina Merkle. Jetzt wird das Unternehmen aber aufgrund der entwendeten Fahrräder aktiv. So hat das Unternehmen mehrere Anzeigen gegen unbekannt für Sachbeschädigung gestellt. Darunter gegen jemanden, der ein Verleihvelo kurzerhand in der Aare versenkte.

Unternehmen wehrt sich

Das ist laut Merkle aber noch nicht alles: «Über 20 weitere Anzeigen gegen unbekannt wegen Vandalismus sind bei Publibike in Vorbereitung.» Dies, wenn jemand ein Velo wie im «Aare-Fall» schwer beschädigt habe. Zusätzlich zu diesen Anzeigen möchte Publibike wegen «Erschleichung einer Dienstleistung» gegen Personen vorgehen, die das Publibike-System illegal genutzt haben.

Die Medienstelle der Kantonspolizei bestätigt den Eingang der bisherigen Anzeigen auf Anfrage. Ob die Polizei speziell Nutzer der Verleihvelos kontrolliert hat, beantwortet die Polizei nicht konkret. Sie lässt lediglich verlauten: Es sei möglich, dass gestützt auf Meldungen vermehrt «bestimmte Verkehrsteilnehmer» überprüft wurden.

«Wenn ein Verdacht besteht, dass einzelne Personen ein Publibike entwendet haben könnten, werden diese durch die Polizei kontrolliert.» Unabhängig von den Anzeigen von Publibike sind aufgrund dieser Kontrollen etwa ein halbes Dutzend Anzeigen gegen Personen wegen einer «Entwendung zum Gebrauch» vonseiten der Kantonspolizei hängig.

Die «Entwendung zum Gebrauch» gilt, wenn der Täter – anders als beim Diebstahl – das Fahrrad nicht zur eigenen Bereicherung genutzt hat, sondern beispielsweise für den Nachhauseweg.

Vor über einer Woche war publik geworden, dass sich die Fahrräder von Publibike kinderleicht knacken lassen. Daraufhin kamen dem Unternehmen zahlreiche Velos abhanden. Letztes Wochenende war es etwa die Hälfte der Berner Publibike-Flotte – also rund 350 Stück. Daraufhin entschied sich das Unternehmen, die Fahrräder einzuziehen und umzurüsten. Wer jetzt immer noch mit einem Publibike fährt, macht sich verdächtig. Gestern Abend waren laut der «Bund»-Live-Abfrage nämlich kaum mehr Fahrräder an den Stationen. Publibike hat 500 von gesamt 700 Velos wiedergefunden, die restlichen bleiben vorerst verschollen. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 21.08.2018, 14:54 Uhr

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