Wyss spekuliert auf mehr Geld für Velo-Offensive

Durch einen Fauxpas wurde der Velo-Offensive der Stadt Bern das Budget massiv gekürzt. Der Gemeinderat versucht nun das Geld über Umwege zurückzuholen.

Der Berner Gemeinderat hofft doch noch mit 750'000 rechnen zu können.

Der Berner Gemeinderat hofft doch noch mit 750'000 rechnen zu können.

(Bild: Franziska Rothenbühler)

Unter Federführung von Verkehrsdirektorin Ursula Wyss hat der Berner Gemeinderat am Mittwochmorgen die öffentliche Ausschreibung für die Velo-Kampagne publiziert, wie er in einer Mitteilung schreibt. Das Kampagnen-Budget beträgt 350'000 Franken. Eigentlich hat die Stadt mit 750'000 Franken geplant. Doch durch ein akustisches Missverständnis bei entsprechender Abstimmung hat die GFL/EVP-Fraktion im Stadtrat über die Hälfte des Geldes weggekürzt. Der Irrtum konnte aus Gründen von Förmlichkeiten nicht aufgehoben werden.

Der Gemeinderat hat die Ausschreibung nun dieser Situation angepasst. Zwar «respektiert» er die Kreditkürzung, doch hat er angesichts der «besonderen Umständen» eine Option in die Ausschreibung eingebaut. Diese soll zusätzliche Mittel ab 2019 möglich machen – vorausgesetzt der Stadtrat bewilligt einen entsprechenden Nachkredit. Dieser soll beantragt werden, sobald der Auftrag für die Kampagne an eine Agentur vergeben wurde. Der Nachkredit wird sich über 400'000 Franken belaufen, also dem Betrag entsprechen, der irrtümlich gekürzt wurde.

Planer sollen mit Nachkredit rechnen

Bewerber werden vom Gemeinderat dazu aufgerufen, einen möglichen Nachkredit in ihre Planung einfliessen zu lassen. Denn sie sollen nicht nur Grundkampagnen ausarbeiten, sondern auch davon ausgehende Ideen entwickeln, die sich mit allfälligen Zusatzmitteln einsetzen liessen. Doch was, wenn der Nachkredit nicht durchgewunken wird? «Dann wird die Kampagne wie ausgeschrieben mit einem Budget von 350'000 Franken durchgeführt», heisst es in der Medienmitteilung.

Die Velo-Kampagne soll das Velofahren in der Stadt Bern fördern. Sie soll im Spätsommer 2018 starten, drei Jahre dauern und sich insbesondere an Menschen wenden, die nicht oder nur selten Velo fahren. Die Zielsetzung sieht vor, dass bis im Jahr 2030 der Anteil des Veloverkehrs am Stadtverkehr von 11 auf 20 Prozent angehoben werden kann.

mer

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt