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Wyss kandidiert, Grüne helfen mit

Die bernische SP will ihren Sitz im Ständerat mit Ursula Wyss verteidigen: Die 37-jährige Chefin der SP- Bundeshausfraktion tritt am 13. Februar 2011 zur Ständerats- Ersatzwahl an und kann dabei mit der Unterstützung der Grünen rechnen.

Den Sitz von Simonetta Sommaruga zu verteidigen sei «eine grosse Herausforderung», räumte Nationalrätin Wyss am Dienstag vor den Medien ein. Sie habe sich für die Kandidatur entschieden, «weil es mir viel Freude bereitet, die Interessen des Kantons Bern auf nationaler Ebene zu vertreten».

In der Ersatzwahl trifft Wyss auf harte Konkurrenz. Die SVP hat bereits Adrian Amstutz - den bestgewählten Berner Nationalrat 2007 - ins Rennen geschickt, und die Freisinnigen setzen voraussichtlich auf Nationalrätin Christa Markwalder.

Im Wahlkampf will die SP ihre Kandidatin als Mitte-Links- Politikerin positionieren, die «sehr ähnlich» wie Sommaruga abstimme und «weit in die sogenannte politische Mitte wirkt», wie SP- Kantonalpräsident Roland Näf sagte. Keine andere Rotgrün-Politikerin habe 2007 mehr bürgerliche Stimmen geholt.

Wyss, die seit 1999 im Nationalrat sitzt, will weiterhin Akzente in der Steuerpolitik sowie bei Umwelt, Verkehr und Energie setzen. So möchte sie sich auch als Ständerätin für den Mittelstand stark machen, den öffentlichen Verkehr attraktiv halten und erneuerbare Energien fördern.

Kernthema Mühleberg

Die Energiepolitik dürfte am Wahlsonntag eine Schlüsselrolle spielen, vermutet die SP-Spitze. Denn am selben Tag stimmt der Souverän im Kanton Bern über den Ersatz des Atomkraftwerks Mühleberg ab.

Auch deshalb sei Wyss die richtige Kandidatin des rotgrünen Lagers, sagte der grüne Nationalrat Alec von Graffenried an der SP- Medienkonferenz. Schliesslich sei sie «zuallererst eine Umwelt- und Klimapolitikerin, die für eine Energiewende und eine Zukunft mit erneuerbaren Energien einsteht».

Den Grünen falle es deshalb nicht schwer, Wyss zu unterstützen, versicherte von Graffenried. Auch Parteipräsident Blaise Kropf machte deutlich, dass das rotgrüne Lager nur dann Erfolg habe, wenn man geschlossen auftrete.

Bei den Gesamterneuerungswahlen im Herbst 2011 werden die Grünen dann aber doch mit einem eigenen Ständeratskandidaten antreten. Alec von Graffenried soll dannzumal «mehr ökologischen Sachverstand in den Ständerat bringen», wie Kropf sagte.

«Profilierte Politikerin»

Vor den Medien stellten sich am Dienstag auch Hans Stöckli und Margrit Kiener Nellen ausdrücklich hinter die Kandidatur von Ursula Wyss. Beide waren selber als mögliche Bewerber für den Ständeratssitz genannt worden.

Nationalrat Stöckli sagte, die «profilierte Energiepolitikerin» Wyss habe im Frühjahr 2011 die besten Chancen, den Sitz der SP zu verteidigen. Auch Nationalrätin Kiener Nellen pries Wyss' Vorzüge und sagte, sie wolle selber ihre Arbeit als Präsidentin der nationalrätlichen Finanzkommission fortsetzen.

Ursula Wyss soll definitiv am 24. November am SP-Parteitag in Bern nominiert werden. Bei den Grünen ist noch der Entscheid des Parteivorstands hängig. Beide Beschlüsse gelten als reine Formalien.

SDA/el

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