Zum Hauptinhalt springen

Wo «Füdle» und «Spitz» sich treffen

Seit über hundert Jahren wird der Kornhausplatz in Bern am Ostersonntag zum öffentlichen Schauplatz des «Eiertütschens». Nadja Dalla Vecchia erhält den Brauch mit viel Engagement am Leben und verrät ihre Tricks.

Nicht nur das Färben hat sie im Griff: Nadja Dalla Vecchia weiss auch um die Kunst des Eiertütschens.
Nicht nur das Färben hat sie im Griff: Nadja Dalla Vecchia weiss auch um die Kunst des Eiertütschens.
Valérie Chételat

Mehrere Dutzend liegen im Korb, umgeben von Kunstgras. Sie leuchten in Grün, Blau, Rot und Gelb, die Verzierungen zeugen von kunstvollem Handwerk. Man möchte sie anfassen, abtasten und herausfinden, welches die Robusten und welches die Zerbrechlichen sind – und sie daraufhin gegeneinander schmettern, schälen und verspeisen. Doch noch ist es zu früh. Nadja Dalla Vecchia hat die ersten Eier bereits gefärbt, sie wird sie an Bekannte und Verwandte verschenken. Die richtige Arbeit beginnt erst am Karfreitag. Dann nämlich begibt sie sich mit ihrer Tochter, der Mutter und der Grossmutter in den Wald, sammelt Kräuter und färbt und verziert 100 bis 140 Eier. «Mein Mann findet das übertrieben», sagt sie. Doch auf dem Kornhausplatz stehe am Sonntag blöd da, wer nicht genug Eier habe. Über hundert «Eiertütscher» gehen an Ostern dorthin, um sich gegenseitig herauszufordern.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.