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Wirtschaftsförderung will 610 Stellen schaffen – Resultate noch unbekannt

2009 steckte der Kanton 11,5 Millionen Franken in die Wirtschaftsförderung.

Die Ansiedlungder Asetronics in Bern ist ein Erfolg der Wirtschaftsförderung. Diese ist dennoch umstritten. (Adrian Moser)
Die Ansiedlungder Asetronics in Bern ist ein Erfolg der Wirtschaftsförderung. Diese ist dennoch umstritten. (Adrian Moser)

Guido Perrelet dürfte sich gestern glücklich geschätzt haben: Die bernische Volkswirtschaftsdirektion hat den Vize-CEO der Firma Asetronics aus Bern eingeladen, um zu erzählen, wie seine Firma unter anderem dank der Wirtschaftsförderung des Kantons Bern (WFB) dort angelangt ist, wo sie heute steht. Die ehemalige Ascom-Tochter hat mit 100 000 Franken aus der Kasse der WFB und mit Beiträgen Dritter zwischen 2005 und 2009 ein Kühlsystem entwickelt. Dank diesem erhöht sich die Leistung von Operations- und Strassenlampen sowie von Autoscheinwerfern um 30 Prozent. Kantonale Innovationsbeiträge, wie sie die Firma Asetronics erhalten hat, kann die WFB seit 2007 sprechen. Den Beitrag gibt es indes nur für Projekte, die gleichzeitig auch vom Bund unterstützt werden.

Unter den Begriff Wirtschaftsförderung fallen aber nicht nur Innovationsbeiträge an Firmen, sondern auch die Werbung für den Kanton Bern als Wirtschaftsstandort. Oder «massgeschneiderte, praxisorientierte Dienstleistungen für Berner Unternehmen», wie Denis Grisel, Leiter der bernischen Wirtschaftsförderung, an der gestrigen Bilanzmedienkonferenz ausführte.

41 Projekte hat die Wirtschaftsförderung 2009 unterstützt. Darunter sind 25 Ausbauprojekte bestehender Firmen und fünf Neugründungen. Mittelfristig sollen all diese Projekte dem Kanton Bern 610 Arbeitsplätze bringen und Investitionen von 400 Millionen Franken auslösen. Die Abweichungen von dem, was geplant ist, sind allerdings absehbar: entweder im positiven Sinn, weil mehr Arbeitsplätze geschaffen werden – oder im negativen Sinn, indem es schlussendlich weniger Arbeitsplätze sein werden als angenommen. Wie die Tabelle nebenan zeigt, schwankten die entsprechenden Werte in den vergangenen Jahren.

11,5 Millionen zur Förderung

Insgesamt hat die Wirtschaftsförderung 2009 Ausgaben von rund 11,5 Millionen Franken verbucht. 3,5 Millionen Franken davon sind Finanzierungsbeiträge, weitere 3,5 Millionen gingen in die Standortpromotion und 4,5 Millionen Franken in die Anlaufstelle für die Unternehmen. In den 11,5 Millionen Franken sind auch die Personalkosten der einzelnen Stellen enthalten.

Wer von der Wirtschaftsförderung unterstützt werden will, muss seit zwei Jahren auch eine nachhaltige Unternehmensführung aufweisen, wie Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher (sp) ausführte. Darunter fällt etwa, besondere Belastungen für die Umwelt zu vermeiden oder aber soziale Verantwortung wahrzunehmen, indem Lehrlingsstellen geschaffen werden. Insgesamt hat der Kanton Bern weniger Projekte unterstützt als in der Vergangenheit – unter anderem ist gemäss den Verantwortlichen die Wirtschaftskrise schuld an diesem Umstand. Aufgrund der Krise hat die WFB 2009 Firmen vermehrt mit einem Messebonus – zwischen 5000 und 10 000 Franken – unterstützt. Das Geld dient der Teilnahme an einer Fachmesse im In- oder Ausland.

Gegenüber der Öffentlichkeit gibt der Kanton Bern nicht bekannt, welche Unternehmen unterstützt wurden. Um dennoch etwas Transparenz zu schaffen, hat die Oberaufsichtskommission (OAK) des Grossen Rats eine Liste mit den geförderten Unternehmen verlangt. Die Liste hat der zuständige Ausschuss der OAK erhalten, wie dessen Leiter, SP-Grossrat Hans-Jörg Rhyn, sagt. Die Unternehmen, die auf der Liste stünden, erfüllten das Kriterium, so Rhyn: Sie seien innovativ.

Die Liste indes wird nach wie vor nicht veröffentlicht – sie bleibt auch weiterhin in den vertraulichen Akten der Oberaufsichtskommission.

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