«Wir sind nicht mehr allein»

Anlässlich des «Equal Pay Day» führte die Organisation Business & Professional Women Bern am Montagmittag in der Innenstadt verschiedenen Aktionen gegen Lohnungleichheit durch.

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Der Missstand ist altbekannt, aber immer noch allgegenwärtig. In der Schweiz verdienen Frauen durchschnittlich 18,9 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen mit derselben Ausbildung, Qualifikation und Erfahrung.

Gegen Lohnunterschiede sensibilisieren

Am Samstag demonstrierten in Bern 12'000 Personen beim nationalen Aktionstag gegen Lohnungleichheit. Anlass war der Tag der Frau vom 8. März. Am Montag fand der «Equal Pay Day» – ein internationaler Aktionstag zur Sensibilisierung gegen Lohnunterschiede – statt. Wobei dessen Durchführungsdatum je nach Land variiert. Initiantinnen in Bern sind die Business & Professional Women Bern (BPW), ein Berufsnetzwerk von Frauen.

«Der 9. März ist nicht zufällig gewählt», sagt Brigitte Rindlisbacher, Vorstandsmitglied bei BPW Bern. In der Schweiz müssten Frauen bis zum 9. März arbeiten, um für gleichwertige Arbeit denselben Lohn zu erhalten, den Männer bereits am 31. Dezember in der Tasche hätten.

Zum fünften Mal führte eine Arbeitsgruppe der BPW Bern nun die Aktionen zum «Equal Pay Day» durch. «Wir setzen auch auf einen Wiedererkennungswert», sagt BPW-Bern-Präsidentin Michelle Bühler. Erstmals erhielten sie dabei auch von Männer.Bern Unterstützung. Zudem befindet sich das Thema Bekämpfung der Lohndiskriminierung seit 22. Oktober auf der politischen Agenda des Bundesrats. «Wir sind nicht mehr allein», so Rindlisbacher.

Auch wäre man laut Rindlisbacher sicherlich zu Diskussionen über die Höhe des Rentenalters bereit, allerdings sei für einen solchen Schritt erst einmal eine geschlechterneutrale Ausgangslage mit gleichen Löhnen erforderlich.

19 Prozent weniger in der «Unhappy Hour»

Beim Aktionstag liessen die Mitglieder von BPW Bern sowie Helferinnen und Gäste unzählige rote Ballons in den Himmel steigen und verteilten Flyer sowie rote Taschen, um auf die Aktion hinzuweisen. Etliche Schaulustige und Dutzende am Boden sitzende Grüppchen von Jugendlichen in der Mittagspause beobachteten das Geschehen. Zeitgleich wurde vor dem Restaurant Zunft zur Webern in der Gerechtigkeitsgasse von BPW-Bern-Mitgliedern kostenlose Suppe ausgeschenkt.

Weiter erhielten Passantinnen einen Gutschein für 19 Prozent Rabatt auf ein Getränk in diversen Berner Bars und Restaurants während der sogenannten Unhappy Hour am 9. März.

DerBund.ch/Newsnet

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