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Widerstand von Links und Rechts gegen Nauses «Weihnachtswunderland»

Der Berner Gemeinderat will auf der Kleinen Schanze eine zweite Eisbahn mitfinanzieren. Stadträte wollen dies mit einem dringlichen Postulat verhindern.

Der Weihnachtsmarkt auf dem Waisenhausplatz hat Tradition. Das Angebot soll heuer durch eine Eisbahn auf der Kleinen Schanze ergänzt werden.
Der Weihnachtsmarkt auf dem Waisenhausplatz hat Tradition. Das Angebot soll heuer durch eine Eisbahn auf der Kleinen Schanze ergänzt werden.
Adrian Moser

Braucht Bern mehr Weihnachtszauber? Nein, findet Stadtrat Luzius Theiler (GPB-DA). Er hat deshalb mit 20 Ratskollegen ein dringliches Postulat eingereicht. Damit will er die Pläne von Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP) vereiteln, denn dieser will Bern im kommenden Winter in ein «Weihnachtswunderland» verwandeln. Konkret schwebt Nause vor, nebst der traditionellen Eisbahn auf dem Bundesplatz, den Aufbau einer zweiten auf der Kleinen Schanze zu unterstützen. Das Postulat fordert den Gemeinderat auf, jegliche Unterstützung zu unterlassen.

Es passe in das Konzept von Nause, immer mehr Geld für Events und Tourismusförderung auszugeben, so Theiler. «Es ist nicht Aufgabe des Gemeinwesens, florierende Wirtschaftszweige zu subventionieren.» Er verstehe ausserdem nicht, wie sich Bern so vermarkten wolle: «Diesen Weihnachtsmarkt-Gugus mit Glühweingestank gibt es doch mittlerweile überall in Europa», sagt Theiler. Für das bestehende Gewerbe bedeute dies vor allem mehr Konkurrenz, und nicht mehr Einnahmen.

Nause findet Vorstoss «bünzlig»

Dass die Pläne für ein «Weihnachtswunderland» auf Widerstand stossen würden, zeichnete sich bereits im November vergangenen Jahres ab, als Nause die Pläne vorstellte. Zu den Kritikern gehörten vor allem Linkspolitiker, während sich die Marktstandbetreiber von der möglichen Konkurrenz kaum beeindruckt sahen. Nause kann dem Postulat daher nichts abgewinnen. «Wenn Private die Initiative ergreifen, um unsere Stadt zu verschönern, finde ich solche Vorstösse ziemlich bünzlig.»

Theilers Einwände findet Reto Nause denn auch «gar nicht nett»: «Die Stadt steuert lediglich einen Beitrag bei - das finanzielle Risiko tragen die Privaten, und nicht wir.» Die Organisation obliegt einer Arbeitsgruppe bestehend aus Personen aus Hotellerie, Bern Tourismus und der Stadt Bern. Deren Ziel sei es, das Weihnachtskonzept statt als Einzelattrraktionen als Gesamtpäckli zu verkaufen, wovon letztlich alle profitierten, so Nause. «Das Ganze findet auf öffentlichem Grund statt und ist daher kostenlos. Die verschiedenen Standorte werden zudem besser verbunden und daher attraktiver.» Es liege überdies nicht an der Politik, zu entscheiden, was dem Publikum zu gefallen habe. «Ich glaube an die Ausstrahlung des Winterzaubers. Wenn es dann keine Nachfrage gibt, war das dann halt eine einmalige Sache.»

Auch Theilers grüne Anliegen drücken im dringlichen Postulat durch. So gibt er zu bedenken, wie der Rasen nach zwei Monaten «schlööfle» aussehen werde. «Man muss sich nur mal Interlaken anschauen. Die Bodenplatten zerstören den Rasen, jedes Jahr muss nachgesät werden», sagt er. Das will Sicherheitsdirektor Nause nicht gelten lassen. Die Organisatoren seien mit Stadtgrün längst in Kontakt, die Fläche der geplanten Eisbahn sei bereits minimiert worden. Der Rasen werde im Frühling «wieder fit» sein.

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