Auswärtige Teams sind im Viererfeld am Drücker

Die Jury hat 26 Teams ausgewählt, die bis im Oktober ihre Pläne vorlegen können.

Die Tage der Landwirtschaft auf dem Viererfeld sind gezählt.

Die Tage der Landwirtschaft auf dem Viererfeld sind gezählt. Bild: Adrian Moser

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Der städtebauliche Wettbewerb fürs Viererfeld sei für kleine Architekturbüros wohl zu gross, sagte Stadtplaner Mark Werren einst im «Bund»-Interview. «Wir wünschen uns die besten Teams.» Heute ist klar, wer aus Sicht der Jury die besten sind: Es sind wenige Teams aus Bern. Die meisten stammen aus der übrigen Schweiz und aus Deutschland, Frankreich, Holland, Schweden und Portugal. Nur in 8 von 26 Arbeitsgemeinschaften spielen Berner Büros eine Schlüsselrolle, hält die Stadt in einer Medienmitteilung fest.

Rund 50 Berner Architekten und Ingenieure hatten einst harte Kritik an diesem Vorgehen geäussert. Das Verfahren sei «grundsätzlich falsch», hielten sie in einem offenen Brief an Stadtpräsident Alec von Graffenried (GFL) fest. Die Anforderungen des Wettbewerbs seien so formuliert, dass nur interdisziplinäre Teams aus Architekten, Landschaftsarchitekten, Verkehrsplanern und Soziologen mitmachen könnten. Ein «einfaches Verfahren» ohne «aufgeladene Forderungen» hätte reichhaltigere Ideen hervorgebracht, hielten die Architekten fest. Von Graffenried lehnte eine Änderung des Verfahrens aber ab, weil dies zu Verzögerungen geführt hätte.

Teams sollen «Risiken eingehen»

Heute zeigen sich die Kritiker versöhnlicher. Bei den ausgewählten Teams seien «sowohl regional wie überregional bekannte Namen» mit dabei, sagt Patrick Thurston, Mitunterzeichner des Briefes und Mitglied der Berner Sektion des Bundes Schweizer Architekten (BSA). Auch gebe es «spannende Teambildungen» von lokalen Fachleuten mit ausländischen Firmen. Nicht bekannt sei aber, welche Teilnehmenden abgelehnt wurden. Das mit dem Verfahren angestrebte Ziel einer Beteiligung berühmter Büros habe wohl nicht erreicht werden können. «Vermutlich haben sich einige gewichtige Autoren gar nicht beworben», sagt Thurston.

Der Berner Architekt wünscht sich nun, dass die Teams bereit seien, Risiken einzugehen, um auch umstrittene Fragen wie die Erschliessung durch die Viererfeldbrücke einzubeziehen. (Der Bund)

Erstellt: 20.04.2018, 12:53 Uhr

Teams müssen sich «Stadt als Ganzes» überlegen

Nächstes Jahr entwerfen die Sieger des Wettbewerbs den Masterplan

Die Stadt will es im Viererfeld anders machen als einst in Brünnen, wo eine Equipe von Städteplanern einen Entwurf vorgelegt hatte. Daher umfasst der städtebauliche Wettbewerb im Viererfeld nebst den Ideen für die Gestaltung des neuen Quartiers und des Parks auch die Projektierung erster Stadt- und Wohnhäuser.

Die nun selektionierten 26 Teams werden also bis im Oktober auch Gebäudekonzeptionen im Massstab 1:200 vorlegen, wie die Stadt mitteilt. Jedes Team müsse sich die «Stadt als Ganzes» überlegen, sagte Stadtplaner Mark Werren Ende letzten Jahres im «Bund»-Interview. «Wichtige Aspekte der Lebensqualität wie zum Beispiel die Vorgärten oder der Aussenraum werden dadurch bereits thematisiert», sagte Werren.

Das Siegerteam des städtebaulichen Wettbewerbs wird nächstes Jahr gemeinsam mit der Stadt einen Masterplan für das neue Quartier und die Gestaltung des öffentlichen Raums ausarbeiten. Vier bis sieben weitere Teams werden direkt mit der Projektierung von rund einem Drittel der geplanten 1200 Wohnungen beauftragt. Für die übrigen zwei Drittel der Wohnungen werden im Jahr 2020 nach der Abgabe der Baurechte an Investoren Projektwettbewerbe durchgeführt.

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