Wenn Game of Thrones als Stummfilm läuft

Weil die Bewilligung fehlte zeigten sich die Veranstalter des Parkonia im Kocherpark erfinderisch und übertrugen die Show mit Kopfhörern. Nur wurde etwas zu knapp gerechnet.

Im Kocherpark findet noch bis zum 29. Juli das Festival «Parkonia »statt.

Im Kocherpark findet noch bis zum 29. Juli das Festival «Parkonia »statt.

(Bild: Franziska Rothenbuehler)

Es ist Montagabend, im Berner Kocherpark sitzen in der Dämmerung Leute auf der Wiese und trinken zusammen ein Bier oder schlecken Glacé. Was die meisten gemeinsam haben? Sie sind Fans von der amerikanischen Fernsehserie «Game of Thrones». Zum Start der siebten Staffel zeigte am Montag der Verein «Ohne Bourdieu» im Rahmen des dreiwöchigen Parkonia Festivals die erste Folge der erfolgreichen Serie.

Die Organisatoren durften gemäss Bewilligung nur bis 21:45 Uhr Musik abspielen. Deshalb organisierten die Veranstalter 180 Kopfhörer, um den Ton beim Public Viewing mit einem Funksignal zu übertragen. Nur wurde etwas zu knapp gerechnet: ein Teil der Fans ging leer aus. «Wir hatte nicht mit diesem Ansturm gerechnet», sagt Co-Organisator Manuel Michel vom Verein «Ohne Bourdieu».

Letzte Woche hätte der Verein noch einen Antrag bei der Stadt für das Betreiben von Lautsprecher- und Verstärkeranlagen im Freien nach 22 Uhr gestellt. «Das Gesuch wurde aber gnadenlos abgelehnt, was angesichts der gleichzeitigen Lärmbelastung durch Gurtenfestival und Co. nicht ganz nachvollziehbar ist.» Anders sieht das Norbert Esseiva, Leiter der Stadtberner Orts- und Gewerbepolizei. Bei einem erstmaligen Projekt wie «Parkonia» wolle man erst sehen, wie es funktioniert, bevor man eine Lautsprecherbewilligung bis nach 22 Uhr erteile. «Man muss Rücksicht auf die Anwohner nehmen». Am Wochenende seien schon Reklamationen eingegangen. «Doch sonst haben wir mit dem Festival bisher keine Probleme gehabt.»

«Wir hätten das vielleicht besser kommunizieren sollen»

Wer sich keine Kopfhörer mehr ergattern konnte, musste sich die Folge ohne Ton anschauen oder sich Zuhause an den Laptop setzen. Für einige Besucher war es nicht von vorneherein klar, dass man für das Public Viewing Kopfhörer braucht. «Wir hätten das vielleicht besser kommunizieren sollen», so Michel. Für diejenigen, die leer ausgegangen waren, planen die Veranstalter heute Dienstag eine Wiederholung. Ob es klappt, sei aber noch nicht klar. Am nächsten Montag findet das Public Viewing wieder statt, dieses Mal mit Folge zwei. Bis dahin will der Verein mehr Kopfhörer besorgen. «Ausser es wäre zu teuer», so Michel.

DerBund.ch/Newsnet

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