Weniger Eis, mehr Liegeplätze

Die Berner Ka-We-De bleibt auch nach der Sanierung Wellenbad im Sommer und Eisbahn im Winter. Das Schwimmbecken und die Eisfläche schrumpfen aber um rund ein Drittel.

Der Eislauf (vorne) bleibt, die Eishockeyaner (hinten) müssen weg.

Der Eislauf (vorne) bleibt, die Eishockeyaner (hinten) müssen weg. Bild: Franziska Rothenbühler

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Auf dem Eisfeld der Kunsteisbahn und Wellenbad Dählhölzli, kurz Ka-We-De, ist was los: Mehr als 50 Menschen, darunter viele Kinder, drehen auf dem Eisfeld ihre Runden, und auch im Beizli sind zahlreiche Familien anzutreffen. Die Chancen stehen gut, dass die Kinder, die gestern in der Ka-We-De Eislaufen waren, auch mit ihren Kindern dort schlöfeln können. Der Berner Gemeinderat will das Bad ab dem Jahr 2022 für gut 30 Millionen Franken sanieren. Er beantragt dem Stadtberner Parlament deshalb einen Planungskredit von 3,6 Millionen Franken, wie es kürzlich in einer Mitteilung hiess.

Damit endet ein langer Zwist um die künftige Nutzung der denkmalgeschützten Anlage. Noch vor gut einem Jahr war nicht sicher, dass in der Ka-We-De auch nach der Renovation Schlittschuh gelaufen und Wellen geritten werden kann. Zuerst wollte der Gemeinderat die Wellenanlage und das Eisfeld aus Spargründen stilllegen, dann ein Pinguingehege einbauen und damit den benachbarten Tierpark erweitern.

Kleineres Becken

Dass der Gemeinderat die Anlage künftig ähnlich nutzen will wie heute, ist ein Erfolg für den Quartierverein. Hartnäckig kämpften dessen Mitglieder mit Petitionen und offenen Briefen für ihre Interessen. Entsprechend positiv äussert sich Richard Pfister, Co-Präsident von Quav4: «Wir sind sehr froh, dass die Ka-We-De als eigenständige Institution erhalten bleibt.»

Ein Wermutstropfen bleibt jedoch: Wenn die Anlage umgebaut wird, dann wird das normale Schwimmbecken um gut ein Drittel verkleinert. Und im Winter wird künftig kein Eishockeyfeld mehr aufgebaut: Im Rahmen der städtischen Eisstrategie soll nur noch im Weyermannshaus und bei der Postfinance-Arena trainiert werden. Entsprechend wird im Sommer die Liegewiese grösser. «Mehr Platz zum Verweilen ist ein Bedürfnis», sagt Gemeinderätin Franziska Teuscher auf Anfrage. Dies habe auch das positive Echo auf die Auffrischung im vergangenen Sommer gezeigt: Plastikmöbel mussten neuen Sonnenschirmen und Liegenstühlen weichen, und die Garderoben und der Eingangsbereich wurden neu gestrichen. Der dabei umgesetzte Retro-Stil erinnert laut Teuscher an die Ursprünge der in den 1930er-Jahren gebauten Anlage. Zudem soll die Sanierung die Betriebskosten senken.

Pfister vom Quartierverein äussert sich zur Schwimmbecken-Verkleinerung diplomatisch: «Wir akzeptieren, dass gewisse Kompromisse notwendig sein werden.» Der Quartierverein werde den Planungsprozess begleiten und weitere Ideen einbringen. Noch habe man die Vorschläge des Gemeinderates aber nicht im Detail besprochen.

Auch Mubeeribad gerettet?

Das Ka-We-De ist nicht die einzige Stadtberner Sportanlage, die teuer renoviert werden muss und über deren Schliessung diskutiert wurde respektive noch diskutiert wird. Nach wie vor offen ist die Zukunft des Mubeeribads beim Hirschengraben: Der Gemeinderat hat noch nicht entschieden, ob das Bad saniert oder geschlossen wird. Sozialvorsteherin Teuscher erklärt jedoch, das sie an den Sparideen, die noch von ihrer Vorgängerin lanciert wurde, nicht unbedingt festhalten möchte. «Damals sah es für die Stadtberner Finanzen nicht gut aus, man wollte unbedingt die Kosten reduzieren», sagt Teuscher. Natürlich sei es auch heute wichtig, die vorhandenen Mittel gezielt einzusetzen. Doch in einer Stadt mit einer wachsenden Bevölkerung sei es wichtig, ein attraktives Sportangebot zu bieten.

Schwimmhalle hat Priorität

Darum setzt Teuscher nun auf Ausbau statt Abbau: Priorität hat für sie das Projekt für die neue 50-Meter-Schwimmhalle im Neufeld. Und auch die Eisbahnen im Weyermannshaus in Ausserholligen sollten möglichst rasch saniert werden. Denn solange es beim Weyerli nicht für alle Eishockeyspieler Platz hat, bleibt das Eishockeyfeld in der Ka-We-De in Betrieb – und die Sanierung kann nicht starten. Wegen all der Sanierungs- und Bauprojekte müssen Schwimmer wie Schlöfler in den nächsten Jahren flexibel sein: Während der Renovationen bleiben die Bäder und Eisbahnen jeweils über Monate geschlossen. (Der Bund)

Erstellt: 06.01.2018, 08:48 Uhr

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