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Antifa-Spaziergang frühzeitig durch Polizei gestoppt

Ein massives Polizeiaufgebot machte dem Antifa-Spaziergang einen Strich durch die Rechnung. Der Demonstrationszug kam kaum über die Schützenmatte hinaus.

Der antifaschistischer Abendspaziergang war kürzer als erwartet.
Der antifaschistischer Abendspaziergang war kürzer als erwartet.
Franziska Rothenbühler
Wegen des massiven Polizeiaufgebots führte der Spaziergang bloss einmal um die Schützenmatte.
Wegen des massiven Polizeiaufgebots führte der Spaziergang bloss einmal um die Schützenmatte.
Franziska Rothenbühler
Die Polizei stand mit allen Mitteln bereit.
Die Polizei stand mit allen Mitteln bereit.
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Ein Spaziergang war es nicht, höchstens ein antifaschistisches Beinevertreten. Die Demonstration, zu der die Revolutionäre Jugendgruppe (RJG) aufgerufen hatte, sollte eigentlich um 20 Uhr beim Berner Bahnhof starten. Doch die Polizei hatte zu jenem Zeitpunkt praktisch die ganze Stadt mit einem massiven Aufgebot dicht gemacht.

Kurz nach 20 Uhr versuchte ein Demonstrationszug, dem sich rund 300 Personen anschlossen, von der Reitschule aus zu starten. Das Bollwerk war jedoch komplett abgeriegelt. So brannten die Aktivisten ein paar Fackeln ab und kehrten danach zur Reitschule zurück. Unter den Demonstranten schien die Meinung zu herrschen, dass das Polizeiaufgebot zu gross sei, um dagegen etwas ausrichten zu können. Per Megafon wurde bekannt gegeben, dass am nächsten Samstag um 14 Uhr ein neuer Versuch gestartet werden soll. Die RJG bestätigte die Verschiebung kurz darauf auf Facebook und Twitter. In einer Mitteilung begründet die RJG zudem, wieso der Spaziergang abgebrochen wurde: «Angesichts der Übermacht der Polizei haben wir uns entschieden, den martialischen Aufmarsch der Staatsmacht ins Leere laufen zu lassen.»

Die Berner Kantonspolizei schreibt in einer Mitteilung von Sonntagmorgen, dass bereits im Vorfeld der Demonstration mehrere Personengruppen kontrolliert worden seien. «Diese wurden auf die geltenden Weisungen aufmerksam gemacht und wieder entlassen.» Insgesamt seien 21 Personen zu einer eingehenderen Kontrolle in Räumlichkeiten der Polizei gebracht worden. Laut der Mitteilung hätten diese teilweise gefährliche oder verbotene Gegenstände, sowie Vermummungsmaterial und Spraydosen auf sich gehabt.

Demo formierte sich neu

Mit der Beendigung der Demonstration entspannte sich die Lage jedoch noch nicht umgehend. Gegen 21.30 haben sich rund 500 Personen auf der Schützenmatte versammelt. Man war sich uneinig, ob ein erneuter Marsch gestartet werden soll. «Wir laufen nicht irgendwelchen besoffenen Punks nach. Wir kommen nächste Woche wieder», wurde durch ein Megafon durchgegeben. Das schien nicht allen zu passen. Aktivisten aus Zürich wollten weiter demonstrieren. Die Situation hat sich dann aber beruhigt und die Schützenmatte leerte sich langsam. Rund 60 Kastenwagen der Polizei standen beim Bollwerk bereit.

Nicht nur im Raum Schützenmatte tat sich was. Beim Bärenplatz hat die Polizei gegen 20.30 Uhr eine kleine Gruppe verjagt und besetzte den Platz danach mit rund 20 Kastenwagen. Laut einem Augenzeugen seien beim Käfigturmdurchgang rund 25 unvermummte Personen eingekesselt worden. Ab 21 Uhr seien sie einzeln kontrolliert worden.

Anscheinend reichte das Berner Polizeipersonal nicht aus, um in der Stadt für genügend Sicherheit zu sorgen. Die Berner Polizei bestätigt in ihrer Mitteilung, dass sie von Korps aus anderen Kantonen unterstützt wurde. Bis kurz vor 20 Uhr herrschte beim Demotreffpunkt beim Bahnhof noch gähnende Leere. Etwas später haben sich vor der Heiliggeistkirche mehrere Jugendliche versammelt. Die Polizei war vor Ort und nahm Kontrollen vor. Ebenso kam es rund um das Bollwerk und in der Innenstadt zu mehreren Personenkontrollen.

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