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Wasser wie im Jahr 2005 überflutet im Oberland Schiene und Strasse

Eine Kombination von viel Regen und Schneeschmelze hat am Montag in Tälern des Berner Oberlands für Verhältnisse wie beim Jahrhunderthochwasser von 2005 gesorgt.

Bedrohte Wohnhäuser: Die Lonza durchquert Steg VS. (10. Oktober 2011)
Bedrohte Wohnhäuser: Die Lonza durchquert Steg VS. (10. Oktober 2011)
Keystone
Grosse Wassermassen fliessen in der Kander, links, und in der Simme.
Grosse Wassermassen fliessen in der Kander, links, und in der Simme.
Keystone
Die gemessenen Wassermengen an der Lütschine kommen nur alle zehn Jahre vor.
Die gemessenen Wassermengen an der Lütschine kommen nur alle zehn Jahre vor.
zvg
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Im Bahnverkehr waren am Montag gegen Abend noch die Strecken zwischen Zweilütschinen und Lauterbrunnen sowie zwischen Frutigen und Kandersteg blockiert, wie die Berner Oberland-Bahnen und die SBB bekanntgaben. Die Strecke zwischen Zweilütschinen und Lauterbrunnen wird etwa zehn Tage lang gesperrt bleiben. Sobald die Strasse wieder offen ist, verkehren Ersatzbusse.

Offen waren hingegen nach längeren Unterbrüchen wieder die Bahnstrecken Brienz-Meiringen, St. Stephan-Lenk und Interlaken- Grindelwald.

Auf der Strasse war am Montagabend ausser in Richtung Lauterbrunnen auch in Richtung Kandersteg kein Durchkommen: Die Kander floss durch den Lawinenschutztunnel Mitholz. Die Grimselpassstasse zwischen Boden und Guttannen wurde nach neuen Murgängen im berühmt-berüchtigten Spreitgraben zwischen 17 und 19 Uhr geöffnet, danach sicherheitshalber wieder geschlossen.

Wieder offen waren nach längeren Unterbrüchen die Strassen nach Grindelwald und zwischen Brienz und Meiringen.

Gasterntal schwer getroffen

Berichte zu verletzten Personen lagen bis zum Abend keine vor. Doch berichtet die Kantonspolizei von zahlreichen Meldungen über überflutete Keller. Und im Gasterntal oberhalb von Kandersteg wurden zwei Drittel der Infrastruktur beschädigt, wie laut Ariane Nottaris vom Regierungsstatthalteramt Frutigen-Niedersimmental ein Rekognoszierungsflug per Heli ergeben hat. Auch wurden alle Bewohner dieses kleinen Tals evakuiert.

Die Ortschaft Mitholz traf es ebenfalls schwer: Wegen des Wassers, das durch den Strassentunnel nach unten floss, begannen die Behörden am Montagabend mit der Evakuation der Bewohner.

Laut SF Meteo fielen in Adelboden innerhalb von etwas mehr als zwölf Stunden rund 60 Millimeter Regen, auf der Grimsel sogar 70 Millimeter. Weil die höheren Temperaturen den Schnee schmelzen liessen, «lief das Fass über», wie SF Meteo schrieb.

Die Messstellen des Bundesamts für Umwelt (Bafu) registrierten an der Kander und der Weissen Lütschine Wassermassen, wie sie durchschnittlich nur alle hundert Jahre vorkommen.

Gefahrenstufe 3 entlang Aare

Im Verlauf des Montagnachmittags und -abends flossen die Wassermassen aus dem Oberland in Richtung Mittelland ab. Das Bafu gab am Nachmittag eine Hochwasserwarnung der Stufe 3 für die Gebiete entlang dem Thunersee und der Aare bis zur Grenze der Kantone Bern und Freiburg heraus.

Diese Gefahrenstufe bedeutet «erhebliche Hochwassergefahr». Flüsse und Seen können bei dieser Gefahrenstufe an einzelnen Stellen über die Ufer treten, und der Aufenthalt entlang dem Fluss ist sehr gefährlich. Bewohner der ufernahen Gebiete sollten Autos in Sicherheit bringen und Häuser vorsorglich gegen Hochwasser schützen.

Auch die Feuerwehr der Stadt Bern teilte am Montag gegen Abend mit, einzelne Uferwege würden gesperrt. Sie rechne mit einem Aarepegel nahe der Schadengrenze.

SDA/gbl

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