Was Sie über die neuen Leihvelos wissen müssen

Heute hat in Bern das Veloverleihsystem von Publibike offiziell den Betrieb aufgenommen. Wir haben einige der insgesamt 700 Velos getestet.

Die Velos können wie auf dem Bild per App, aber auch mit dem Swiss-Pass geöffnet werden.

Die Velos können wie auf dem Bild per App, aber auch mit dem Swiss-Pass geöffnet werden.

(Bild: Franziska Rothenbühler)

Wie kann ich die Velos ausleihen? Zuerst muss man sich auf der Publibike-Webseite registrieren. Sobald eine Kreditkarte hinterlegt ist, können Velos gemietet werden. Dies kann man per Smartphone-App tun, oder alternativ im eigenen Publibike-Profil den Swiss-Pass der SBB verknüpfen. Für eine Ausleihe ist also nicht unbedingt ein Smartphone notwendig.

Kann ich auch ohne Kreditkarte ein Velo ausleihen? Nein, die Bezahlung ist zurzeit nicht anders möglich. Ab Mitte Juli soll jedoch auch die Zahlung mit Postkarte möglich sein. Mehr dazu in diesem Artikel.

Muss ich die Velos wieder an die gleiche Station zurückbringen? Nein, müssen Sie nicht. Sie können die Fahrräder an jeder andern Station in der Stadt Bern und theoretisch sogar an Stationen in andern Städten zurückgeben. Es ist jedoch nicht möglich, das Velo irgendwo stehen zu lassen. Wer das Fahrrad nicht an eine Station zurückbringt, mietet es weiterhin – und zahlt auch dafür.

Sind die Velos für den Einsatz in der hügligen Stadt Bern geeignet? Wir finden ja. Irritierend dürften für viele die kleinen Räder sein. Beim Steuern sind die Fahrräder nicht gerade sehr stabil. Man gewöhnt sich aber schnell daran. «Die kleinen Räder sind die beste Wahl, die man treffen konnte», sagte Mischa Kästli, Velomechaniker bei Veloterra, beim «Bund»-Test. Je kleiner das Rad, desto stabiler sei es. Dank den dicken Pneus müsse man die Reifen viel weniger oft pumpen. Zudem könne ein kleines Rad schneller beschleunigt werden. Das ist in einer Stadt mit vielen Ampeln sinnvoll. Sehr angenehm ist zudem die Nabenschaltung der Fahrräder. Sie ist übergangslos. So entfällt beim Befahren eines steilen Wegabschnitts das Schalten, bei dem es nicht so sehr auf das Timing ankommt. Auch optisch könnte man noch etwas mehr herausholen. Schnittig ist das Design der dunkel gehaltenen Fahrräder nicht gerade.

Gehen die Velos nicht bald alle kaputt? In Zürich ist ja mit Velos von ausländischen Anbieter genau das geschehen. Nein, findet unser Veloexperte. Mischa Kästli ist auch im Ausland oft mit dem Fahrrad unterwegs und hat schon zahlreiche Citybikes in Städten ausgeliehen: «Qualitativ sind das die besten Mietvelos, die ich je gesehen habe.» Das Kompetenzzentrum Arbeit der Stadt Bern wird sich im Auftrag von Publibike um die regelmässige Wartung der Velos und der Stationen kümmern.

Wie finde ich die Velos? Die Stationen sind mit einer über 2 Meter hohen Säule markiert. Zudem gibt es in der App oder auch online eine Karte, wo die Standorte markiert sind.

Wie viele Velos gibt es? Ist immer eines verfügbar? Ab heute stehen an 70 verschiedenen Stationen 350 Velos und 350 E-Bikes. Die Anzahl Fahrräder pro Station ist unterschiedlich und hängt von der erwarteten Nutzung ab. Diese werde unter anderem anhand der Bevölkerungs- und Arbeitsplatzdichte kalkuliert, sagt Publibike-CEO Bruno Rohner. In dem kommenden Monaten würden die Anzahl Ausleihen an den jeweiligen Stationen analysiert. Das Ziel sei, dass nie eine Station leersteht.

Was kosten die Velos? Für die Publibikes gibt es bisher vier Angebote: Das Quick Bike ist ohne Jahresgebühr. Die ersten 30 Minuten mit dem Velo kosten 3 Franken, jede weitere Minute fünf Rappen. Beim E-Bike kostet die erste halbe Stunde 4.50 Franken, jede weitere Minute 10 Rappen.

Das «Easy Bike»-Angebot kostet 50 Franken pro Jahr. Hier sind die ersten 30 Minuten auf dem Velo gratis, jede weitere Minute kostet 5 Rappen. Die erste halbe Stunde auf dem E-Bike kostet bei diesem Angebot 3.50 Franken, danach kostet jede zusätzliche Minute 10 Rappen.

Das «Maxi Bike»-Angebot kostet 200 Franken pro Jahr. Hier sind die Velo-Kosten gleich wie beim «Easy Bike»; das E-Bike ist 30 Minuten lang für 1.50 Franken zu haben, jede zusätzliche Minute kostet 10 Rappen.

Dann gibt es für 400 Franken pro Jahr das «Free Bike»-Angebot. Hier ist die erste halbe Stunde auf Velo und E-Bike kostenlos, danach kostet das Velo 5 Rappen, das E-Bike 10 Rappen pro Minute. Angebote unter: www.publibike.ch

Wie geht es weiter? Gibt es bald noch mehr Stationen? Aus den nun bestehenden 70 Stationen sollen bis Herbst 100 werden. Auch danach wird das Netz laufend ausgebaut. Bis 2020 sind 200 Stationen mit rund 2400 Fahrrädern geplant. Dabei soll rund die Hälfte der Flotte aus E-Bikes bestehen.

cse/spr/mck

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