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«Warum sind nur Mehlwürmer zugelassen?»

In der heutigen Ask-Force ist irgendwie der Wurm drin. Dennoch kann man sie sich ganz unbedenklich zu Gemüte führen.

Frau U. B. aus W. hat in diesem Sommer einiges Ungemach erlitten, denn sie schreibt: «Unsere Erbsen waren heuer stark verwurmt.» Frau B. stellt sich und uns die Frage, ob sie unrechtmässig handelte, «wenn wir anstatt die Erbsen von den Würmern zu befreien, die Würmer aus den Erbsen ernteten, brätelten und genössen». Was spricht denn eigentlich dagegen, die Erbsen vom Getier vertilgen zu lassen, um dann selber diese kleinen Würmer oder Raupen (oder was immer es genau sind) zu verzehren? Unsere Leserin verweist auf den Bundesrat, der «Heuschrecken, Grillen und Mehlwürmer als Nahrung zugelassen» habe. «Weiss die Ask-Force, warum nur Mehlwürmer und nicht auch Kirsch-, Himbeer- und Apfelwürmer konsumiert werden dürfen?»

Fragen über Fragen: Wir gestehen, dass wir nur oberflächlich über Wurmspeisen und Insektenrezepte Bescheid wissen. Es fällt uns aber ein, dass Hamlet darüber sinnierte, wie der Mensch alle Tiere mäste, um sich selber zu mästen, und sich selber ja nur für die Maden mäste. Handelt es sich hier um Food-Waste? Der Mensch könnte ja auch schlank und rank ins Grab sinken – aber das gefiele den Würmern vielleicht nicht. Frau B. spricht übrigens vom Kompostieren. Aber die Ask-Force will keine allzu morbiden Gedanken wälzen: Man weiss ja, wie Shakespeares Prinz im verrotteten Königreich endete. Er starb im Zweikampf durch einen vergifteten Degen, wodurch er den Maden den Appetit gründlich verdarb. Food-Waste aus Madensicht!

Beim Thema neue Lebensmittel hält sich die Ask-Force – ein Gremium von ausserordentlichem Beharrungsvermögen und beachtlicher Beratungsresistenz – übrigens an das geflügelte Wort: «Lieber den Spatz in der Gamelle als den Wurm im Apfel.» Wenn dieser Spatz aber aus der Gamelle kröche und entfleuchte, den Wurm im Apfel frässe und wieder in die Gamelle fiele, so verzehrten wir den Spatz nichtsdestotrotz und zum Nachtisch noch den Apfel dazu. Es kommt immer darauf an, wo der Wurm drin ist. Was aber den Bundesrat betrifft: Wir sind überzeugt, dass dieser bald grünes Licht für den Verzehr von Würmern und Maden jedweder Couleur geben wird. Auch unsere Leserin scheint betreffend Zulassung optimistisch zu sein, schliesst sie doch ihre Zuschrift mit «geniesserischem Gruss».

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