Warum nicht einen Jugendclub am Hirschengraben?

Die Kinokette Kitag zieht sich aus Bern zurück. Das lässt leeren Raum entstehen. Im Stadtgespräch haben Leser und Leserinnen Ideen für eine künftige Nutzung.

Was aus den Räumlichkeiten des Splendid Kinos wird, ist unklar.

Was aus den Räumlichkeiten des Splendid Kinos wird, ist unklar. Bild: Adrian Moser

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Obwohl sich die Kinokette Kitag in den letzten Jahren schrittweise aus der Berner Innenstadt zurückgezogen hat, war es doch ein Schock: Vergangene Woche kündigte die Kitag an, bis 2019 alle ihre Berner Kinos zu schliessen. Dieser Schritt sorgte auch im «Stadtgespräch» für Gesprächsstoff.

Für viele Leser und Leserinnen ist klar, warum die Blockbuster-Kinos der Kitag in der Stadt einen schweren Stand haben: Zu teure Eintritte, unoriginelle Filme – häufig erst noch nur synchronisiert und nicht in Originalsprache gezeigt – sowie Räumlichkeiten, die einer Renovation bedürfen, machen die Stadtgespräch-Teilnehmer als Gründe für das Kino-Sterben aus. Wenn dann die günstigen Multiplex-Bauten und Netflix als Konkurrenz hinzukommen, ist es zumindest um die Mainstream-Kinos in den Innenstädten geschehen. Wenn ein Kino schliesst, gibt es Platz. Aus dem Kino Capitol an der Kramgasse wird ein Wohn- und Bürohaus – diese Pläne sind seit letztem Jahr bekannt. Doch was wird aus den Räumen, die neu frei werden?

Von Dunkelkultur bis Barbetrieb

Während der Filmvorstellung ist es für gewöhnlich dunkel im Saal – hier knüpft die Idee von Leser Tom Steinemann an. Er fordert Räume für «Dunkel-Kultur», etwa Kulinarik im stockdunklen Raum im Stile der «Blinden Kuh» – oder etwa «Dunkelkonzerte». Ebenfalls eine kulturelle Nutzung schlägt SP-Grossrat David Stampfli vor: Er sieht das Kino Alhambra an der Maulbeerstrasse als ideales Lokal für einen Jugendclub. «Vielleicht stört ein solcher am Hirschengraben weniger als die geplante ‹Tankere›», schreibt Stampfli. Tatsächlich gibt es gegen den geplanten Jugendclub an der Nägelistrasse Einsprachen von Anwohnern.

Leser Rolf Helbling sieht eher die Gastrokultur als Nachfolgerin der Kitag. Im Kino Gotthard, gleich neben der Markthalle, könnte man eine Kleinbrauerei einrichten, so Helblings Idee. Zusätzlich schlägt er eine Bar «gegen den Bahnhofplatz» vor, «die im Sommer gegen aussen geöffnet werden kann». Und Leser Christoph Bürgi sorgt sich um das kulinarische Wohl der Schüler und Schülerinnen: Für diese herrsche «Verpflegungsmangel» in der Innenstadt, schreibt er. «In den frei werdenden Kinosälen könnten Kantinen mit vernünftigen Preisen eingerichtet werden, damit die Jugendlichen nicht bei jedem Wetter Junkfood auf der Gasse verzehren müssen.»

Und was ist Ihre Idee für die künftige Nutzung der Kino-Säle? Diskutieren Sie mit im «Stadtgespräch» (Der Bund)

Erstellt: 09.02.2018, 06:52 Uhr

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