Warmbächli-Zwischennutzer sind enttäuscht vom Partyvolk

Das Fest auf der Warmbächli-Brache war mit dem Verein der Zwischennutzer nicht abgesprochen. Es wurde Werkzeug gestohlen und ein Bus beschädigt.

Vereinspräsident Kay Neuenschwander musste den Sonntag mit Aufräumen verbringen. In der Nacht auf Samstag war die Brache zur Festzone geworden.

Vereinspräsident Kay Neuenschwander musste den Sonntag mit Aufräumen verbringen. In der Nacht auf Samstag war die Brache zur Festzone geworden.

Simon Thönen@SimonThoenen

Eine kleine Gruppe von Leuten verbringt den Sonntagmorgen damit, das Warmbächli-Areal nach der Spontanparty der Nacht zuvor aufzuräumen. Für die «Sauvage» vom Samstag hatten sich die Organisatoren die Fläche neben der ehemaligen Kehrichtverbrennungsanlage ausgesucht. Rund tausend Leute haben hier gefeiert, bevor es in der Stadt zu Ausschreitungen am Rande der Demo kam.

Nun sammeln die Mitglieder des Vereins Brache die achtlos weggeworfenen Flaschen und Bierdosen ein – und stellen konsterniert die Schäden fest. Der Verein will die Baubrache der ehemaligen KVA nutzen, bis darauf Wohnsiedlungen gebaut werden.

Aufgebrochene Tür, fehlendes Werkzeug für Spielplatz

Es sind Leute, die in der Zwischenzeit Aktivitäten aus dem Quartier auf der Brache ermöglichen wollen – und sich dafür um die Bewilligungen der Stadt bemühen. In zwei Wochen soll das Eröffnungsfest steigen. Es sind freundliche Alternative aus dem Quartier. Sie haben auch durchaus Verständnis für Aktivisten, die sich für Flüchtlinge und – wie sie auch – für Freiräume in Bern einsetzen. Doch die Politveranstaltung auf «ihrem» Areal hat sie überrumpelt und auch enttäuscht. Die Aktion der Partyorganisatoren war nicht mit ihnen abgesprochen.

Zwar halten sich die Schäden in Grenzen – doch sie schmerzen. Werkzeuge für den Bau des Robinson-Spielplatzes wurden gestohlen. Eine Türe des alten Busses, der dereinst als Café dienen soll, wurde beschädigt. Tausend Franken oder mehr wird dies den Verein kosten. Kay Neuenschwander, der junge Präsident mit den lockigen Haaren unter der Kappe, wägt seine Worte an die Adresse der Partygänger und Aktivisten sorgfältig ab: «Ich möchte die Leute, die sich Solidarität gross auf ihre Fahnen schreiben, bitten, sich zu überlegen, was Solidarität bedeutet.»

DerBund.ch/Newsnet

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