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Warenhaus à la mode de Paris

Das Warenhaus der Gebrüder Kaiser war so populär wie Loeb und existierte bis 1972.

Blick in die Sportabteilung des Berner Warenhauses Kaiser (1928): Das Warenhaus gibts seit 1972 nicht mehr, nur der Name Kaiserhaus blieb. Den heutigen Ladeninhabern ist gekündigt worden, die Liegenschaft wird saniert.
Blick in die Sportabteilung des Berner Warenhauses Kaiser (1928): Das Warenhaus gibts seit 1972 nicht mehr, nur der Name Kaiserhaus blieb. Den heutigen Ladeninhabern ist gekündigt worden, die Liegenschaft wird saniert.
zvg

Das erste moderne Warenhaus in Bern war 1899 Loeb an der Spitalgasse. Wenige Jahre später errichteten die Brüder Otto und Bruno Kaiser 1904 an der Amthausgasse ein weiteres Berner Warenhaus, das kein Filialbetrieb einer Kette war. Mit dem Kauf dreier Nachbarhäuser erweiterte die Firma Kaiser bis 1926 ihre Ladenfläche. Das Warenhaus verfügte über moderne Einrichtungen wie eine interne Rohrpost. Vorbilder für die Berner Geschäfte waren die Grands Maga­sins in Paris und anderen Metropolen. In grossen Schaufenstern konnten Passanten die Waren betrachten. Auch im Innern präsentierten die Geschäfte ihre Waren auf grosszügige Weise, wie das Bild der Sportabteilung im Warenhaus Kaiser von 1928 illustriert (siehe Frontseite). Die Artikel schlummerten nicht in Schubladen, aus denen sie die Bedienung erst herausnehmen musste. Im Warenhaus kaufte nicht nur der Kunde, der etwas Bestimmtes suchte. Ähnlich wie in neuzeitlichen Shopping-Malls konnte man durch die Stockwerke flanieren und schauen, was es alles gibt. Falls man nichts Passendes fand, konnte man unbefangen wieder hinausgehen. In kleinen Geschäften war das nicht so einfach: Der Ladeninhaber, der einen womöglich kannte, wusste bei einem Besuch genau, dass der Kunde etwas brauchte. Entsprechend war er enttäuscht, wenn der Interessent wieder abzog, ohne etwas gekauft zu haben.

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