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Der Sensationsfund ist gerettet

Der Brand im Morellhaus in der Berner Altstadt liess erst das Schlimmste vermuten. Immerhin die historische Deckenmalerei und der Barocktäfer blieben von den Flammen verschont.

Morellhaus in der Postgasse 14.
Morellhaus in der Postgasse 14.
Adrian Moser
Im Morellhaus sind Barocke Malereien zum Vorschein gekommen.
Im Morellhaus sind Barocke Malereien zum Vorschein gekommen.
Adrian Moser
Die Deckenmalerei im Morell-Haus nach dem Brand im Dachstock.
Die Deckenmalerei im Morell-Haus nach dem Brand im Dachstock.
Adrian Moser
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Schon von weitem sah man die Flammen, die beim Feuer des Morellhauses letzte Woche in den Himmel züngelten. Nach diesem Anblick dachten die wenigsten, dass vom Historischen Fund noch etwas zu retten sei. Doch die erst kürzlich entdeckten, über 300 Jahre alten Deckenmalereien im ersten Obergeschoss sowie die eleganten Barocktäfer im Erdgeschoss blieben wundersamerweise vom Feuer verschont, wie die Stadtberner Behörden gestern mitteilten. Wie gross der gesamte Schaden ist, der durch Rauch und Löschwasser verursacht wurde, muss aber noch durch einen Restaurator untersucht werden.

«Glück im Unglück»

Neben dem Abrennen des historischen Dachstocks bilden die Löschwasserschäden das grösste Problem. «Trotzdem hatten wir Glück im Unglück», sagt Denkmalpfleger Jean-Daniel Gross. «Die wertvollsten Stücke sollten gerettet werden können.» Wichtig sei, dass man alle demontierbaren Teile ausbaue, damit diese, wie das ganze Gebäude, unter professionellen Bedingungen austrocknen könnten, so Gross. Am Ort des Brandherdes verzeichnet man die gravierendsten Schäden: denn nicht zu retten waren die Deckentäfelungen im zweiten Stock und der historische Dachstock.

Dieser muss vollkommen neu gebaut werden. Im Fall der historischen Wandtäfelung habe man diesbezüglich Glück gehabt, sagt Kurt Glanzmann, Gesamtprojektleiter Immobilien Stadt Bern, der für die Sanierung zuständig ist. «Die Wandtäfelung konnten wir entfernen, später wird sie abtransportiert und getrocknet.» Danach könne die Wandtäfelung wieder an ihrem angestammten Platz eingesetzt werden.

Es gebe zwar keine sichtbaren Brandschäden an der Decke und den sich darauf befindenden historischen Malereien im ersten Stock, sagt Denkmalpfleger Gross. Doch durch das Löschwasser sei auch Russ vom zweiten Stock hinuntergespült worden, weswegen einige Spuren an der Decke im ersten Obergeschoss zurückblieben. Die Decke im ersten Obergeschoss zu trocknen, sei schwieriger als die Wandtäfelungen, sagt Glanzmann. Diese könne nicht entfernt werden, man müsse erst den darüberliegenden Boden gut trocknen.

Bezugstermin noch offen

Als die Berufsfeuerwehr am Montag, 9. Juli, gegen halb acht beim Morellhaus eintraf, befand sich der Dachstock schon völlig in Flammen. «Unsere erste Priorität war, dafür zu sorgen, dass der Brand sich nicht auf angrenzende Gebäude ausbreitete», sagt Martin Allenbach, der stellvertretende Kommandant und Pikettoffizier der Berufsfeuerwehr Bern.

Er weiss, dass eine brennende Baustelle ihre Tücken hat: «Wir sind natürlich froh, dass es keine Personenunfälle gegeben hat, da die Bauarbeiter schon Stunden vorher nach Hause gegangen waren.» Bei dieser Baustelle fehlten Türen und Fenster, was das rasche Ausbreiten des Feuers begünstigte. Dazu käme, dass das Löschwasser von keinem Bodenbelag aufgehalten würde. Deswegen liefe dieses teilweise durch die Decke nach unten, so Allenbach.

Unterdessen haben die Arbeiten für ein Notdach begonnen. «Der Aufbau des Dachstocks kann einige Wochen oder sogar Monate in Anspruch nehmen», so Glanzmann. Damit das Haus rundherum geschützt sei und die Arbeiten nicht abhängig von Wetter und Witterung seien, brauche man das Notdach dringend.

Die Schadenssumme wird auf rund zwei Millionen Franken geschätzt. Wann die Renovation wieder aufgenommen wird, ist noch offen. Klar ist hingegen, dass sich der Bezug der neuen Wohnungen verzögern wird. Ursprünglich geplant gewesen wäre er für Mitte 2019.

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