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«Wanderndes» Turnzelt für Berner Sportmuffel

Der Kanton Bern leiht künftig für Sportanlässe eine mobile Turnhalle aus.

Die erste mobile Turnhalle der Schweiz wurde gestern in Bern vorgestellt. (Adrian Moser)
Die erste mobile Turnhalle der Schweiz wurde gestern in Bern vorgestellt. (Adrian Moser)

Ob Altersturnen oder «Karate für jedermann»: Wer eine Turnhalle benötigt, meldet sich beim Kanton – und der bringt sie vorbei. Gestern hat das Amt für Bevölkerungsschutz, Sport und Militär (BSM) des Kantons Bern das Projekt «fit und mobil» vorgestellt. Die Idee ist folgende: Mithilfe einer «wandernden Turnhalle» sollen Sportmuffel dazu ermuntert werden, sich zumindest ein wenig in Bewegung zu versetzen.

Eher Zelt als Halle

Gemäss Einladung sollte eine «multifunktionale, mobile Sporthalle» vorgestellt werden. Eine etwas gar ambitionierte Beschreibung. Denn das Objekt, das seit gestern auf dem Areal des ehemaligen Zeughauses steht, ähnelt eher einem Partyzelt als einer gewöhnlichen Turnhalle. Auf einer Fläche von 180 Quadratmetern sind Plastikplatten aneinandergereiht. Darüber ist ein weisses Kunststoffzelt gespannt. Das Sportzelt ist so «multifunktional» wie jedes grosse Zelt: Es können allerlei Requisiten hineingestellt und verschiedenste Sportarten betrieben werden. Für das Ausüben von Ballsportarten auf Wettkampfniveau ist das nicht sehr hohe Zelt eher ungeeignet. Aber in erster Linie sei das Angebot sowieso an die sportlich «nicht- und teilaktive» Bevölkerung gerichtet, erklärte Regierungsratspräsident Hans-Jürg Käser (fdp). Der augenscheinliche Vorzug der Konstruktion versteckt sich im Wort «mobil» – innerhalb von eineinhalb Tagen ist das Zelt aufgebaut. Anhänger mit eingebauten Duschen und Umkleideräumen werden neben dem Zelteingang parkiert.

Schulen, Gemeinden, Vereine oder auch Firmen können sich beim BSM melden und angeben, wann und wofür sie die Anlage ausleihen möchten. Das BSM und die Berner Partnerfirma Futuremotion AG sind für den Aufbau und den Betrieb des Zelts besorgt. Wird dieses für öffentlich zugängliche Sportanlässe gemietet, ist die Benutzung kostenlos. Denn ein Ziel des Projektes ist es, Vereine beim Anwerben von neuen Mitgliedern zu unterstützen. Das BSM und die Futuremotion AG sind jeweils mit Ständen vor Ort, um auf ihre Anliegen und Angebote aufmerksam zu machen. Nach Wunsch versorgt die Firma die Veranstalter mit Sportgeräten oder übernimmt das Catering — diese Leistungen sind allerdings nicht umsonst.

50’000 Franken pro Jahr

Das BSM hat mit der Futuremotion AG einen Vertrag über drei Jahre abgeschlossen. Kostenpunkt: 50’000 Franken pro Jahr. Das ist in etwa so viel, wie das Amt bisher alleine für die Miete des Zeltes bezahlt hat, in dem es sich an der BEA-Messe präsentierte. An der diesjährigen BEA wird das BSM nicht vertreten sein. Für die folgenden Jahre ist dann gemäss Projektleiter Thomas Rolli wieder ein BEA-Auftritt geplant – im eigenen «Turnzelt», ausserhalb der BEA-Hallen. Für die Finanzierung von «fit und mobil» hofft Rolli auch auf Unterstützung von privaten Firmen. Die Hauptrolle spielt dabei die viele Quadratmeter grosse, weisse Zeltwand. Mithilfe von lokalen Sponsoren bei einzelnen Anlässen oder auch von grösseren Firmen, die eine gewisse Fläche über längere Zeit hinweg mit ihrem Schriftzug versehen, möchte er einen Teil der kantonalen Ausgaben wieder hereinholen. Zumindest bei jenen Gemeindepräsidenten, die gestern der Präsentation beiwohnten, ist das Projekt gemäss Rolli auf Anklang gestossen. Einige von ihnen haben gleich vor Ort online die ersten Reservationen eingegeben.

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