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«Das war bestimmt ein Städter»

Der Waldbrand im Berner Bremgartenwald ist durch Menschen verursacht worden. Während die Polizei die Brandursache ermittelt, haben die Waldmenschen bereits einen Verdacht.

Die Waldmenschen hausen in unmittelbarer Nähe der Brandstelle. Nach ihrer Aussage waren sie aber nicht vor Ort, als das Feuer ausbrach.
Die Waldmenschen hausen in unmittelbarer Nähe der Brandstelle. Nach ihrer Aussage waren sie aber nicht vor Ort, als das Feuer ausbrach.
Adrian Moser
Die Aussteiger wollen trotz Waldbrandgefahr weiterhin ihre Feuerstelle benutzen.
Die Aussteiger wollen trotz Waldbrandgefahr weiterhin ihre Feuerstelle benutzen.
Adrian Moser
Die Feuerwehr stand mit zwei Dutzend Personen im Einsatz. Diese brachten das Feuer innerhalb von zwei Stunden unter Kontrolle.
Die Feuerwehr stand mit zwei Dutzend Personen im Einsatz. Diese brachten das Feuer innerhalb von zwei Stunden unter Kontrolle.
Adrian Moser
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Nach der Nacht des Brandes ist es ruhig im Berner Bremgartenwald. Zwar liegt der beissende Geruch des Feuers noch in der Luft, doch seit 8 Uhr morgens ist die Feuerwehr nicht mehr da – bis um Mitternacht waren die Feuerehrleute mit Löscharbeiten vor Ort beschäftigt, danach hatten vier Mitarbeiter bis am Morgen ausgeharrt und den Ort überwacht.

Auch im Camp der Aussteiger ist es um 10 Uhr noch ruhig, fast alle der sogenannten Waldmenschen schlafen noch. Doch Ante, einer der Waldbewohner, ist bereits erwacht: «Wir haben den Ausbruch des Brandes gestern gar nicht mitgekriegt, da wir erst um Mitternacht aus der Stadt zurückkamen», erklärt er verschlafen der «Bund»-Reporterin vor Ort.

Das Camp der Waldmenschen liegt nur etwa hundert Meter neben der Fläche, welche am Montagabend in Brand geriet. Über die Vermutung, dass die Waldbewohner am Feuer schuld seien, wehrt sich der kurz später aus seinem blauen Zelt kraxelnde Campbewohner Chrütli: «Wir zünden doch nicht unseren eigenen Wald an.» Er zeigt auf die Feuerstelle, die in einer Vertiefung liegt und am Morgen noch nicht angezündet ist.

Untersuchungen laufen

Die Berner Kantonspolizei geht davon aus, dass der Brand auf menschliches Verschulden zurückgeht, wie Polizeisprecherin Jolanda Egger sagt. Ob das Feuer aber absichtlich gelegt wurde oder ob eine Unachtsamkeit dazu führte, werde durch das Dezernat für Brände und Explosionen ermittelt. Unabhängig von der Ursache dürfte der trockene Waldboden das Feuer begünstigt haben.

Trotz Trockenheit und Waldbrandgefahr wollen die Aussteiger aber in diesen Tagen nicht auf ihre eigene Feuerstelle verzichten. «Wir wissen schliesslich, wie man eine richtige Feuerstelle baut», sagt Chrütli. Davor, dass ihr «Zuhause» durch weitere Brände bedroht werde, haben die Waldmenschen keine Angst.

Die Aussteiger im Bremgartenwald schauten sich gestern Morgen, nachdem sie erwacht waren, das abgebrannte Stück Erde unweit ihres Camps an: Ante und Chrütli stehen erstaunt auf der verbrannten Erde: «Das war bestimmt so ein Städter, der nicht weiss, wie man richtig zünselt», vermutet Chrütli. Bei Familien sei es beliebt, zum Bräteln in den Wald zu kommen. Diese würden aber immer wieder anstatt an einer öffentlichen Feuerstelle ihre Cervelas mitten im Wald braten, sagt er.

Burgergemeinde warnt vor Feuer

Die Burgergemeinde als Besitzerin des Bremgartenwaldes bittet Waldbesucher auf, in den nächsten Tagen auf Feuer im Wald zu verzichten. Selbst bei speziell eingerichteten Feuerstellen sei es mit erheblichen Risiken verbunden, sagt Urs Emch von der Burgergemeinde.

Noch sei man nicht ganz sicher, was man auf der verkohlten Fläche machen werde. «Vielleicht zäunen wir die 200 auf 200 Meter ein, damit Rehe nicht die ersten wachsenden Pflanzen abfressen.» Mit den Bewohnern des Waldes hat die Burgergemeinde den Kontakt nach dem Brand nicht gesucht. Man werde die Waldmenschen auch nicht daran hindern, Feuer bei ihrem Camp zu entfachen, sagt Emch.

Auch der Kanton Bern warnte gestern vor der erheblichen Waldbrandgefahr. Für den Kanton gilt derzeit die Gefahrenstufe «mässig» – in einzelnen Regionen wird sie allerdings als erheblich eingestuft, etwa an sonnenexponierten Hängen entlang des Jurabogens, wie das bernische Amt für Wald in einer Mitteilung schreibt.

Brennende Zündhölzer, weggeworfene Raucherwaren oder der Funkenflug eines Grillfeuers könnten einen Brand entfachen, warnen die Verantwortlichen beim Kanton. Eine Entspannung der Waldbrandgefahr wird erst bei mehrstündigem Niederschlag und über grössere Flächen erwartet.

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