Vorwürfe gegen Gurtenfestival-Crew vom Tisch

Gute Neuigkeiten für Appalooza: Die Staatsanwaltschaft entlastet die Berner Eventagentur vom Betrugsverdacht.

Vom Betrugsvorwurf entlastet: Philippe Cornu und seine Eventagentur Appalooza.

Vom Betrugsvorwurf entlastet: Philippe Cornu und seine Eventagentur Appalooza.

(Bild: Manuel Zingg)

Christoph Lenz@lenzchristoph

Anfang Jahr hat die Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland ihr Strafverfahren gegen die Berner Eventagentur Appalooza eingestellt. Dies teilt der zuständige Staatsanwalt Thomas Perler auf Anfrage mit. «Der Verdacht auf Betrug und Veruntreuung liess sich nicht erhärten. Es gibt somit keine Grundlage für eine Anklage gegen Appalooza», so Perler.

Hintergrund der Ermittlungen war ein Streit zwischen den Mitgliedern der Band Bagatello und Appalooza, die unter anderem das Gurtenfestival veranstaltet. Bis zur Auflösung der A-cappella-Gruppe im Jahr 2009 verband die beiden Parteien eine äusserst erfolgreiche Zusammenarbeit. Gegen 1000 Konzerte gaben Bagatello während der Nullerjahre in der deutschsprachigen Schweiz. Massgeblichen Anteil an dieser Erfolgsgeschichte hatte Appalooza-Gründer Philippe Cornu, der hinter den Kulissen dafür sorgte, dass die Tour immer weiterging und die Kasse stimmte.

Streit um Loch in der Bandkasse

Zum Bruch kam es, als nach der Bagatello-Abschiedstournee 2009 ein Fehlbetrag von mehreren Hunderttausend Franken resultierte. Nach internen Auseinandersetzungen schalteten Bagatello 2011 die Polizei ein. Sie zeigten ihr ehemaliges Management wegen Betrugs und Veruntreuung an. Nachdem die Berner Kriminalpolizei rund ein Jahr ermittelt hatte, ging der Fall an die Staatsanwaltschaft weiter (der «Bund» berichtete). Mit der Einstellung dieses Strafverfahrens sind die Vorwürfe gegen Appalooza vom Tisch.

Philippe Cornu, Geschäftsführer der Eventagentur, zeigte sich gestern erfreut über die Einstellung des Verfahrens. «Wir waren immer davon überzeugt, dass wir nichts Falsches gemacht hatten. Die Staatsanwaltschaft hat dies nun bestätigt.»

Bagatello prüfen Zivilverfahren

Auch Bagatello-Anwalt Erich Eicher hat vom Entscheid der Staatsanwaltschaft Kenntnis genommen. Er will die Verfahrenseinstellung nicht kommentieren. Möglich ist aber, dass die Sache für Appalooza noch nicht ganz ausgestanden ist. Auf die Frage, ob Bagatello nun ein Zivilverfahren einleiten werde, antwortet Eicher: «Wir prüfen diese Möglichkeit.»

Der Bund

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