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Von-Roll-Besetzer überzeugen Egger und die PH

Für die Von-Roll-Besetzer sieht es gut aus: Auch die Pädagogische Hochschule äusserte sich positiv. Zuvor hatte Regierungsrätin Barbara Egger das Haus besucht.

Die Alte Schreinerei auf dem Von-Roll-Areal in der Berner Länggasse ist besetzt.
Die Alte Schreinerei auf dem Von-Roll-Areal in der Berner Länggasse ist besetzt.
Franziska Rothenbühler
Sie wollen einen Kultur- und Begegnungsort schaffen.
Sie wollen einen Kultur- und Begegnungsort schaffen.
Franziska Rothenbühler
Das Gebäude ist in schlechtem Zustand – es steht seit siebzehn Jahren leer.
Das Gebäude ist in schlechtem Zustand – es steht seit siebzehn Jahren leer.
Franziska Rothenbühler
Noch dürfen die Besetzer bleiben...
Noch dürfen die Besetzer bleiben...
Franziska Rothenbühler
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Letzte Woche wurden die Besetzer auf dem Berner Von-Roll-Areal noch kritisch beäugt, nun gehören die Leute der sogenannten Fabrikool schon ein bisschen zur dort lehrenden Pädagogischen Hochschule dazu. Als Dienstagmittag die Türen des besetzten Gebäudes für einmal verschlossen blieben, waren bei einigen der Studenten enttäuschte Gesichter auszumachen. Dies zeigte ein Augenschein vor Ort.

Der Grund der studentischen Trübsal: Man hatte auf frisches und billiges Essen spekuliert. Noch am Montag frittierten die Besetzer für die Studenten Pommes frites, und am letzten Donnerstag wurden im selbst gebauten Ofen mehr als 150 Pizzas gebacken. Wer essen wollte, bezahlte dabei nur so viel, wie er wollte.

Auch die Pädagogische Hochschule Bern (PH) stellt sich hinter die Besetzung. «Wir haben uns im Moment mit der Situation arrangiert», sagte deren Sprecher, Michael Gerber, auf Anfrage. Diese Einschätzung treffe zu, solange der Lehrbetrieb nicht gestört werde und die Sicherheit auf dem Areal gewährleistet sei. Als man am Montag die Mitarbeitenden über den aktuellen Stand der Situation informierte, habe es dazu nur drei Rückmeldungen gegeben.

Egger schaute persönlich vorbei

Noch dürfen sich die Fabrikool-Leute ihres Hauses nicht sicher sein. Darüber entscheidet nämlich nicht die PH, sondern die gebäudebesitzende Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (BVE). Die Verhandlungen laufen, heisst es bei der BVE auf Anfrage. Dabei ist es noch keine Woche her, da schlug der Kanton gegenüber den Besetzern harte Töne an. Das Gebäude müsse umgehend verlassen werden, sonst drohe die Räumung, hiess es. Woher kommt der plötzliche Gesinnungswechsel?

Mit ihren Pizzas haben die Besetzer anscheinend nicht nur die Herzen der Studenten erobert, sondern auch BVE-Direktorin Barbara Egger (SP) um den Finger gewickelt. Egger machte sich am vergangenen Donnerstag persönlich ein Bild der Situation und zeigte sich begeistert vom kulinarischen Angebot im besetzten Haus. Dies haben verschiedene Personen dem «Bund» berichtet. Egger war am Dienstag für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Mit ihrem Besuch verfolgt Egger eine komplett andere Strategie als das Bundesamt für Logistik an der Berner Effingerstrasse: Ohne dass es je zu Verhandlungen gekommen war, eskalierte letzte Woche die Räumung des Gebäudes. Die Besetzer lieferten sich eine Strassenschlacht mit der Polizei. Auch bei den nachfolgenden Demonstrationen kam es zu massiven Sachbeschädigungen.

Das Gebäude auf dem Von-Roll-Areal, eine alte Schreinerei, steht seit über einem Jahrzehnt leer. Da sich das Haus in einem schlechten Zustand befindet, wollte es der Kanton abreissen lassen. Da die Halle jedoch ein Zeitzeuge der Berner Industriegeschichte ist und deshalb Denkmalschutz geniesst, war dies nicht möglich.

Zurzeit hat der Kanton keine konkreten Pläne, was er mit dem Haus tun will. Die Besetzer möchten dieses selber renovieren und so zu einem Begegnungsort machen. Bereits am Donnerstag soll wieder für die Studenten gekocht werden, heisst es auf einem Plakat vor dem Haus.

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