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Von Tumulanten und Müllsündern

Das Berner Stadtarchiv hat am Samstag Akten und Dokumente zum Thema 600 Jahre Lärm, Littering und Beschwerden präsentiert.

Lärm, Littering, Gestank, Gezänk und Tumulte trieben Berns Stadtväter um, da waren Fast Food, Take-away und Nachtleben noch gar nicht erfunden. Ob über «geräuschvolle Spiele», «nächtliche Musikaufführungen», «herumschwärmende Kinder» oder Tuchfärber, die mit ihrer Ware den Stadtbach verschmutzten – ein Blick in die Akten des Stadtarchivs zeigt: Reklamiert wurde immer schon und sich beschwert erst recht. Zum Schweizer Archivtag am Samstag hat das Stadtarchiv Bern hervorgeholt, was sonst lieber unter den Teppich gekehrt wird: Berns «Ghüder-, Krawall- und Beschwerde-Geschichte» der letzen 600 Jahre.

Für das stimmungsvolle Ambiente haben die Mitarbeitenden des Stadtarchivs eigens auf dem Bären-, dem Waisen- und dem Kornhausplatz noch die nötige Dekoration beschafft: Vergammelte Bananenschalen, zerknitterte Schokoladenpapierli, Plastiktüten, Verpackungen und Getränkeflaschen. Müll aus Berns Gassen eben, sorgfältig drapiert um einen alten, rot-schwarz geflammten Abfalleimer. Daneben vermitteln Fotobücher mit alten Schwarzweissaufnahmen einen Eindruck, wie sich die Bernerinnen und Berner noch im letzten Jahrhundert ihres Kehrichts entledigten: Bis in die späten 1930er-Jahre wurde der Hausmüll mit Fuhrwerken einfach zur «Käfergrube» – dem heutigen Libellenweg – gekarrt und dort abgeladen. Auch am Könizberg befand sich eine Abfalldeponie: Dort türmten sich Konserven – «Mülltrennung» der etwas anderen Art.

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