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Von Ostermundigen in die Hauptstadt des Country

SCB-Youngster Roman Josi erhielt von Nashville den bestmöglichen Vertrag für einen NHL-Neuling. Doch das Geld interessiert ihn wenig.

Wie im Flug sind die letzten ­Wochen an Roman Josi vorbei­gezogen. Erster Meistertitel mit dem SC Bern, zweite WM-Teilnahme und nun ein «Bubentraum», der in Erfüllung geht: Ein NHL-Vertrag. «Ich habe gar nichts gemacht», sagt er unschuldig. «Mein Agent hat alles eingefädelt.» Dass dieser für seinen Klienten jedoch einen derart hoch dotierten Vertrag bei den Nashville Predators aushandeln konnte, hat natürlich vor allem mit dem Spieler selbst zu tun. Die Predators bezahlen ihm für drei Jahre umgerechnet 913 000 Franken brutto pro NHL-Saison; 75 300 Franken, wenn er ins AHL-Farmteam geschickt wird. Hinzu kommen ein Handgeld von 101 000 Franken für die Vertragsunterzeichnung sowie ein allfälliger Bonus bis zu 144 000 Franken für besondere Leistungen. Das ist das Maximum, was ein Neuling erhalten kann. «Geld ist für mich nebensächlich», sagt der Umworbene. «Aber es zeigt vielleicht, dass sie Vertrauen in mich haben.»

Mit 20 wie ein Routinier

Josi hat sich in dieser Saison zum Top-Verteidiger entwickelt. Obwohl erst 20-jährig spielt er auch unter Druck mit der Ruhe eines Routiniers, er besticht durch seine Übersicht und verfügt über einen harten Schuss. Olympia verpasste er noch wegen einem Fingerbruch. Im Playoff trumpfte er dann mit 13 Punkten in 15 Spielen gross auf. Und an der WM gehörte er zu den wichtigsten Defensivleuten. Der Berner fühlt sich nun bestätigt, mit dem Schritt nach Übersee gewartet zu haben. «Ich erhielt viel Verantwortung, konnte zusätzliche Erfahrungen sammeln. Vor allem in den Gesprächen mit den Älteren beim SCB.»

Sein Stammklub wird ihn mit einem Ausländer ersetzen müssen, während für Josi in Nashville ein Abenteuer beginnt. Die Predators, die erst seit 13 Jahren existieren, hatten ihn 2008 in der zweiten Runde an 38. Position gedraftet. Darum hat er auch bereits zweimal ein Sommercamp besucht und kennt die Stadt ein wenig. «Ich weiss, dass sie musikverrückt ist. Es gibt viele Bars, in denen Live-Musik gespielt wird – vor allem Country.» Nashville würde ihm mehr zusagen als Milwaukee. Dort müsste er hin, wenn er den Sprung ins NHL-Team nicht schaffen würde. «Es wird nicht einfach, das ist mir bewusst», sagt Josi. «Aber ich kann auch nicht erwarten, dass es gleich klappt.»

Die Schweizer Nummer 11

Das Talent aus Ostermundigen wäre der elfte Schweizer Feldspieler, der Eiszeit in der NHL erhält. Allerdings konnte sich bis anhin nur Mark Streit durchsetzen, und auch erst, nachdem er sich durch die Niederrungen der nordamerikanischen Ligen hochgedient hatte. Von ihm möchte Josi im Sommer Tipps einholen. «Er hat viel durchgemacht und weiss, wie es dort läuft.» Die beiden ähneln sich nicht nur von der Spielanlage her. Josi spricht wie einst Streit von «durchbeissen und kämpfen».

Eine Ungewissheit vor dem neuen Leben spürt er nicht, «momentan ist es die pure Vorfreude.»

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