Von Graffenried fordert von SRG ein «klares Bekenntnis zu Bern»

Die SRG prüft, ihr Radiostudio in Bern nach Zürich zu verlegen. Der Gemeinderat will das verhindern, indem er «bestmögliche Rahmenbedingungen» bietet.

Das Radiostudio der SRG an der Berner Schwarztorstrasse 10.

Das Radiostudio der SRG an der Berner Schwarztorstrasse 10. Bild: srf.ch (zvg)

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Die SRG muss nach der No-Billag-Abstimmung sparen. Dabei zieht sie unter anderem in Erwägung, das Radiostudio von der Schwarztorstrase in Bern nach Zürich Leutschenbach zu verlegen. Dies hat das Unternehmen am Mittwoch mitgeteilt.

Nun meldet sich der Gemeinderat zu Wort. Die Standortevaluation erachte er grundsätzlich als nachvollziehbar. «Die Verschiebung von 150 Stellen von Bern nach Zürich würde aber einen bedauerlichen Einschnitt und ein problematisches medienpolitisches Signal darstellen», heisst es in einer Medienmitteilung.

Stadtpräsident Alec von Graffenried (GFL) steht daher in Kontakt mit der SRG-Konzernspitze. Ziel sei es, bestmögliche Rahmenbedingungen für die Direktion und die SRG-Redaktionen in Bern zu gewährleisten. «Die SRG plant weiterhin mit einer dezentralen Struktur, ist aber an den Standorten auf optimale Verkehrsanbindungen angewiesen», sagt von Graffenried zum «Bund». Man werde das Unternehmen bei der Suche unterstützen. «Falls gewünscht, kommt dies auch bei einem bahnhofsnahen Ausbau an einem zusätzlichen oder am bisherigen Standort an der Schwarztorstrasse infrage.»

Offenbar wird befürchtet, der Wegzug der in Bern stationierten Angestellten sei bereits beschlossene Sache. Diesen Schluss zumindest lässt der Wortlaut der Medienmitteilung zu. Darin wird von der SRG verlangt, «dass die Vor- und Nachteile der verschiedenen Szenarien seriös, transparent und ergebnisoffen erarbeitet, offengelegt und mit den Betroffenen diskutiert werden». Von Graffenried dementiert. «Es gibt keine Anzeichen dafür, dass die SRG intransparent vorgeht.»

CVP lanciert Petition

Das Stadtberner Stimmvolk hat sich Anfang März überdeutlich hinter die SRG gestellt. 84 Prozent stimmten gegen die Abschaffung der Radio- und Fernsehgebühren. Der Gemeinderat erwartet nun vom Unternehmen ebenfalls ein «klares Bekenntnis zu Bern als SRG-Hauptsitz mit Inland- und Bundeshausredaktion». Sollte der Umzug der Radioredaktion nach Zürich tatsächlich erfolgen, werde im Gegenzug eine verstärkte politische Berichterstattung aus Bern erwartet.

Noch weiter geht die CVP der Stadt Bern. Sie hat am Donnerstagnachmittag eine Online-Petition lanciert. Darin fordert sie nicht nur den Verbleib der Radiostation in der Bundesstadt, sondern zugleich einen Ausbau des Standorts. Damit sollen föderale Strukturen gefördert werden. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 05.04.2018, 16:29 Uhr

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