Zum Hauptinhalt springen

Von der Heroinspritze zur Spitzzange

1985 spritzt sich J. erstmals Heroin, in der Waldau entstehen erste Werkstätten für psychisch Kranke. Heute baut J. dort Designer-Leuchten. Zwei Geschichten, die nach 25 Jahren zusammenfliessen.

Leuchten bauen statt Drogen spritzen: Ex-Junkie J. in der Ausrüsterei der BeWeBe.
Leuchten bauen statt Drogen spritzen: Ex-Junkie J. in der Ausrüsterei der BeWeBe.
Franziska Scheidegger

Vor einem Vierteljahrhundert schnupfte der 14-Jährige J. erstmals Kokain. Wenig später spritzte er Heroin. Eine schlechte Kindheit hatte er nicht gehabt im ländlichen Berner Mittelland. Eher eine bodenständige: Mit dem Vater spielte er in der Blasmusik. J. ist keiner, der sich beklagt. Im Gegenteil: «Schuld war ich selbst», sagt er. Der 39-Jährige spricht bedächtig und häufig bildhaft: «Ich war wie ‹e umkehrte Händsche›.» Er sieht nicht aus, wie man sich einen Ex-Junkie vorstellt. Er wirkt jung, trägt ein Polohemd, die halblangen Haare sorgfältig gescheitelt. «Ich freundete mich mit den falschen Leuten an», findet er im Rückblick. Diese waren älter, hatten schon Autos, mit ihnen konnte er in den Ausgang fahren. «Voll drauf» absolvierte J. die Lehre zum Spengler, Chef und Eltern merkten nichts. «Ich dachte immer: Mich habe ich ja im Griff», sagt er. «Aber irgendwann war es vorbei mit dem Griff.»

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.