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Videokunst schleicht sich in Berner Konsumtempel ein

Kunstschaffende zeigen im Einkaufszentrum Wankdorf Videoarbeiten. Nicht alle Kunden kriegen es mit.

Im Einkaufszentrum Wankdorf ziehen Bildschirme die Blicke auf sich: So weit, so normal. Wer genauer hinsieht, merkt, dass sich der Durchgang in der Ladenstrasse in ein Museum verwandelt hat.

«Fama_Fame» heisst das Motto der Ausstellung, in der Kunstschaffende den Hunger nach Ruhm mittels Videokunst thematisieren. Auf einem Bildschirm regnen Rosenblätter herab, die ein gieriger Mund verschlingt. Im Kopfhörer lauscht man dazu dem Hit der Chansonnière Hildegard Knef «Für mich solls rote Rosen regnen». Auch Einkaufswagen stehen da, doch der vertraute Anblick täuscht. Die «Konsumgüter», die sich darin stapeln, sind Flaschen und Eierkartons mit Sicherheit, Respekt, Mut und Liebe – Dinge, die nicht käuflich, sondern gratis sind. Der 73-jährige Mario Vedovati, sonst als Freiwilliger im Zentrum Paul Klee tätig, überwacht die Ausstellung.

«Viele Kunden merken gar nicht, dass sie an Videoinstallationen vorbeigehen», sagt er. «Lueg, das isch Kunscht», sagt eine Mutter zu ihrem Buben. Über die Schwelle eines Museums würde sie ihn wohl kaum schleppen. Kunst und Kommerz sind hier auf engstem Raum vereinigt. Wer den Blick hebt, erblickt auf einem Bildschirm Coop-Werbung: Die Aktionen der Woche.

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