Zum Hauptinhalt springen

Versenkbare Pissoirs in Bern?

Der Gemeinderat will wildes Urinieren in der Stadt Bern eindämmen – und prüft nun den Bau versenkbarer Pissoirs.

Wildes Urinieren soll eingedämmt werden – auch in Bern.
Wildes Urinieren soll eingedämmt werden – auch in Bern.
Keystone

Der Berner Gemeinderat will das wilde Urinieren in der Innenstadt eindämmen. Er prüft deshalb den Bau versenkbarer Pissoirs, wie Sicherheitsdirektor Reto Nause am Freitag bei der Präsentation des Nachtleben-Konzepts sagte.

An manchen Stellen in der Stadt gebe es heute keine oder zu wenig Toilettenanlagen, sagte Nause. Das führe dazu, dass Nachtschwärmer in Laubengänge, verwinkelte Gassen und auch in Gebäudeeingänge urinierten. Die Reinigung der – in Privateigentum befindlichen – Laubengänge koste die Stadt etwa 100'000 Franken pro Jahr.

Das neue Modell «Urilift»

Nun soll geprüft werden, wo das Angebot an Toilettenanlagen in der Innenstadt ausgebaut werden kann. Ein Pilotversuch mit einer mobilen Urinierstation im Raum Waisenhausplatz sei letztes Jahr allerdings wenig erfolgreich verlaufen, sagte Nause. «Die Anlage wurde nur mässig gebraucht und war mehrfach Ziel von Vandalismus.»

Abhilfe schaffen könnten deshalb neue Modelle, «beispielsweise in den Boden versenkbare Pissoirs, die in der Nacht hochgefahren werden können». Die so genannten «Urilifte» sind eine holländische Erfindung; zwei davon kommen heute schon in St. Gallen zum Einsatz.

Aufgestellt wurden sie beim Bahnhof Winkeln nahe des Fussballstadions. Mit dem Zug anreisende Fussballfans sollen ihre Notdurft kontrolliert verrichten können.

Urilifte haben ihren Preis

Ein Urilift hat die Grösse einer Litfasssäule und bietet gleichzeitig drei Männern die Gelegenheit, die Blase zu leeren. Zum Einsatz kommen die Pissoirs bei Heimspielen des FC St. Gallen. Mit einem Schlüssel können die Urilifte hochgefahren und nach der Abreise der Fans wieder versenkt werden.

Sie müssen also nur sporadisch gereinigt werden und verursachen ansonsten keinen Aufwand. Ausserdem ziehen sie nicht unerwünschte «Kundschaft» wie Junkies an.

Nach den Angaben von Nause kommen Urilifte auch etwa in Köln, London und Rotterdam zum Einsatz. Das versenkbare Pissoir hat allerdings seinen Preis - jeder Urilift kostet 80'000 Franken.

SDA/bs

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch