Verschlampte Stimmzettel: Am meisten Sünder finden sich im Berner Jura

Im Berner Jura gibt es besonders viele Gemeinden, welche die Stimmzettel der Autosteuer-Abstimmung zu früh weggeworfen haben.

11 der 30 «Sünder» stammen aus dem Verwaltungskreis Berner Jura, wie aus den Angaben des Kantons hervorgeht. Ebenfalls betroffen sind die Verwaltungskreise Interlaken- Oberhasli (5 Gemeinden), Oberaargau (4), Bern-Mittelland (3), Biel (2), Emmental (2), Seeland (2) und Obersimmental-Saanen (1). Nur in zwei Verwaltungskreisen lief alles sauber: Thun und Frutigen- Niedersimmental.

28 der 30 Gemeinden wiesen im Februar bei der Stichfrage eine Mehrheit für den Volksvorschlag aus. Einzig Evilard/Leubringen stimmte – wie der gesamte Verwaltungskreis Biel – für die Grossratsvorlage. Im bernjurassischen Cormoret gab es genau gleich viele Stimmen für beide Vorlagen.

Hauchdünne Mehrheit für Volksvorschlag

Kantonsweit hatte sich im Februar eine hauchdünne Mehrheit für den Volksvorschlag von 363 Stimmen ergeben. So wird es im offiziellen Resultat ausgewiesen, das der Regierungsrat seinerzeit erwahrte.

Am Abstimmungssonntag war noch die Rede von 134 Stimmen gewesen, doch dann korrigierte eine Gemeinde im Nachhinein ihr Ergebnis. Um welche Gemeinde es sich dabei handelt, will der Kanton nicht sagen.

«Transparenter Schritt»

«Bei jeder Abstimmung gibt es einen ganz normalen Überprüfungsprozess, der nichts mit Fehlverhalten zu tun hat», sagte Staatsschreiber Kurt Nuspliger auf Anfrage. Kleinere Anpassungen oder Korrekturen gebe es immer, das sei Teil der professionellen Aufbereitung.

Regierungspräsident Bernhard Pulver verteidigte vor den Medien die Veröffentlichung der Liste mit den 30 Gemeinden. «Ich glaube nicht, dass diese Gemeinden dadurch an den Pranger gestellt werden», sagte er. «Vielmehr verlangt die Transparenz staatlichen Handelns diesen Schritt von uns.»

bs/sda

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