Velos flicken wie beim Zahnarzt

Immer mehr Velos sind auf Berns Strassen unterwegs. Das merken auch die Velohändler.

Das Fahrradgeschäft Velofix in Zürich. (Symbolbild)

Das Fahrradgeschäft Velofix in Zürich. (Symbolbild)

(Bild: Archiv)

Immer mehr Velos sind auf Berns Strassen unterwegs. Bereits für die Jahre von 2014 bis 2017 haben die Behörden eine Zunahme des Veloverkehrs um 35 Prozent festgestellt (der «Bund» berichtete). Die von der Stadt Bern vorangetriebene Velo-Offensive wirkt offenbar – und dies konstatieren auch die Velohändler. «Wir merken auf jeden Fall eine Zunahme», sagt Philipp Beutler, Filialleiter vom Ski- und Velo-Center am Hirschengraben. Velofahren werde immer beliebter. Das könne man mit Blick auf den Hirschengraben-Park feststellen, wo die Anzahl abgestellter Velos in den letzten Jahren buchstäblich explodiert sei. Allerdings befindet sich dort zusätzlich eine Veloverleihstation. Diese fielen aber kaum ins Gewicht, sagt Beutler. In seinem Laden können Kunden das Velo am Morgen für die Reparatur bringen und am Abend wieder abholen. «Wie beim Zahnarzt», so Beutler. Aber das heisst: Mit ähnlichen Wartezeiten. Im Sommer muss man für einen Termin bis zu zehn Tage warten.

Dass das Konzept der Velostadt Bern seine Wirkung zeigt, macht sich beim Velokurier Bern besonders bei den Reparaturen bemerkbar: «Dass mehr Velo gefahren wird, merken wir», sagt Michel Tobler. Nicht im Verkauf, aber gerade im Bereich der Reparaturen verzeichne man steigende Umsatzzahlen. Entgegen der Erwartungen zeichnet sich der Velo-Boom nicht nur im Sommer ab: «Was wir in den letzten ein, zwei Jahren gemerkt haben, ist, dass die Ruhephase, die sonst im Winter einsetzte, wesentlich weniger ruhig ist als früher», sagt Mathias Bogedein von Velo Thömus. Man müsse sich nur einmal die Beundenfeldstrasse im Breitenrain-Quartier anschauen, meint Olivier Busalo von City Cycle. «Dort sind heute markant mehr Velos unterwegs als früher.»

Elektrisch unterwegs

Was bei allen Velohändlern bestätigt werden kann: Der Anstieg des Velohandels basiert grösstenteils auf der erhöhten Nachfrage bei den E-Bikes. «Wenn wir die letzten zehn Jahre betrachten, zeigt sich, dass wir 21 Prozent mehr Velos verkauft haben», sagt René Walker, Leiter für Kommunikation und Marketing bei Velo Thömus. Dieser Anstieg sei kontinuierlich geschehen. Dabei habe vor allem das E-Bike einen grossen Teil beigetragen. Lag der Anteil der verkauften Velos mit E-Support vor zehn Jahren noch bei 12 Prozent, sei dieser bis heute auf 57 Prozent gestiegen, sagt Walker. So sei bei der diesjährigen Frühlingsausstellung der Anteil E-Bikes sogar auf ganze 75 Prozent angewachsen. «Das hätte vor zwei Jahren noch niemand vorauszusagen gewagt.» Bei Thömus ist man neben den E-Bikes vor allem auf Velos spezialisiert, die für Fitness und Rennen verwendet werden. Dieser Anstieg sei aber nicht auf die Velo-Offensive zurückzuführen, sondern auf die Tour de France, die 2016 durch Bern führte. Zudem, so Walker: «Heute kann es gut sein, dass Velofans mehrere Fahrräder haben.» So besässen viele heute einen Stromer für den Arbeitsweg, ein Mountainbike oder Rennvelo für Sport- und Fitnesszwecke sowie ein E-Mountainbike als Spassgerät.

DerBund.ch/Newsnet

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