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Ursula Wyss verzichtet auf Ständeratskandidatur im Herbst

Die SP-Nationalrätin Ursula Wyss schliesst eine erneute Ständeratskandidatur aus. Der Grund: Sie ist schwanger und wird Anfang Oktober ihr Kind bekommen.

Will im Herbst einzig für den Nationalrat antreten: SP-Politikerin Ursula Wyss.
Will im Herbst einzig für den Nationalrat antreten: SP-Politikerin Ursula Wyss.
Keystone

Die Ständeratswahl im Kanton Bern findet ohne Ursula Wyss statt: Die SP-Nationalrätin ist schwanger und verzichtet deshalb auf eine Kandidatur. Die SP wird an einem ausserordentlichen Parteitag am 12. Mai entscheiden, wen sie im Herbst ins Rennen schicken will.

Im Vordergrund stünden die weiteren SP-Nationalratsmitglieder, sagte Parteipräsident Roland Näf am Sonntag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Er werde in den nächsten Tagen Kontakt mit Evi Allemann, Margret Kiener Nellen und Hans Stöckli aufnehmen. Näf hatte sich eigentlich gewünscht, dass Wyss noch einmal einen Anlauf Richtung Ständerat macht. Bei der Ersatzwahl vor wenigen Wochen war sie nur knapp an Adrian Amstutz (SVP) gescheitert.

Nun sei die Ausgangslage «wieder völlig offen», sagte Näf. Er werde das Thema auch kurz mit Regierungsrätin Barbara Egger ansprechen; allerdings sei der Erhalt der rot-grünen Mehrheit in der Kantonsregierung von grosser Bedeutung. Beobachter sehen in Egger das SP-Mitglied mit den besten Ständerats-Wahlchancen. Die Bau-, Verkehrs- und Energiedirektorin hatte aber schon auf die Ersatzwahl verzichtet.

Die Ansprüche der PSA

Anspruch auf eine Kandidatur meldete am Sonntag auch die zur SP Bern gehörende Parti socialiste autonome du Jura-Sud (PSA) an. Der Kanton Bern solle im Ständerat sein Gesicht als zweisprachiger Kanton zeigen, hiess es in einer Mitteilung der PSA.

Die PSA schlägt vor, dass Bern einen deutschsprachigen Vertreter aus Kreisen der Rechtsparteien und eine französischsprechende Frau aus Kreisen der Linksparteien in die Kleine Kammer entsenden soll. Auch eine Kandidatin hat die PSA bereits auf Lager, Gemeinderätin Irma Hirschi aus Moutier.

Kind statt Kandidatur

Ursula Wyss wählte den «SonntagsBlick», um ihren Verzicht publik zu machen. Das sei ihr persönlicher Entscheid gewesen, sagte dazu Parteichef Näf. Die Parteileitung sei selbstverständlich im voraus informiert worden.

Wyss sagte in dem Interview, sie könne es nicht verantworten, in der Schwangerschaft etwas zu riskieren. «Ständeratswahlen gegen zwei Bisherige sind wahnsinnig intensiv und stressig.» Die 38-jährige Wyss will aber Nationalrätin und - mindestens bis zu den Bundesratswahlen im Dezember - auch SP-Fraktionschefin bleiben.

Viele Bewerber

Die zwei Berner Ständeratssitze sind heiss begehrt. Die Bisherigen Werner Luginbühl (BDP) und Adrian Amstutz (SVP) werden wieder antreten. Die FDP erwägt einen neuen Anlauf, nachdem sie zuletzt in der Ersatzwahl chancenlos blieb. Wer auf bürgerlicher Seite mit wem paktiert, ist offen. Im rot- grünen Lager gilt dagegen das Zweierticket als sicher - mit dem grünen Nationalrat Alec von Graffenried und einem SP-Mitglied.

Drei kleinere Parteien haben ebenfalls eine Kandidatur angekündigt. Die CVP hat den Namen noch nicht genannt, die EVP schickt Nationalrätin Marianne Streiff-Feller ins Rennen und die EDU ihren Nationalrat Andreas Brönnimann.

SDA/jak

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