Unterschriften für das Tramdepot Burgernziel gesammelt

Am Montag reichten die Initianten der Burgernziel-Initiative die gesammelten Unterschriften ein. Doch eilt ihnen die Zeit davon.

Seit Bernmobil das Tramdepot nicht mehr nutzt, finden auf dem Areal Ausstellungen und Veranstaltungen statt. Dies soll mit der Initiative Stadtraum Bern erhalten werden.

Seit Bernmobil das Tramdepot nicht mehr nutzt, finden auf dem Areal Ausstellungen und Veranstaltungen statt. Dies soll mit der Initiative Stadtraum Bern erhalten werden.

(Bild: Valerie Chetelat (Archiv))

Naomi Jones

Die Initiative, die das Tramdepot am Burgernziel retten will, kommt vermutlich zustande. Die Initianten Christoph Egli und Martin Kuhn reichten heute Montag nach eigenen Angaben 5500 Unterschriften ein. Doch herrscht noch keine Jubelstimmung. Zuerst muss die Stadt die Unterschriften überprüfen. Nur wenn nicht zu viele Unterschriften ungültig sind, kommt die Initiative zustande. «Wir rechnen mit drei bis fünf Prozent ungültigen Unterschriften», sagt Egli.

Aber es sei ein Spiel auf Zeit, sagt Egli. Denn die Initiative habe keine aufschiebende Wirkung. Auch die Bauherren drängen auf einen baldigen Baubeginn. Im November 2015 waren die Überbauungspläne der Stadt vom Volk angenommen worden. Letzten Sommer vergab die Stadt das Baurecht an die Gebäudeversicherung Bern (GVB) und die Wohnbaugenossenschaft ACHT (wbg8).

Bis zur Abstimmung können bis zu drei Jahre vergehen. «Das hängt unter anderem von der rechtlichen Komplexität des Inhalts ab», sagt Stadtschreiber Jürg Wichtermann. Wenn die Initiative formal zustande komme, prüfe der Gemeinderat den Inhalt. Allenfalls seien juristische Gutachten nötig. Schliesslich berate der Stadtrat über die Initiative.

Ein halbes Jahr haben Christoph Egli und Martin Kuhn mit einem Team von Freiwilligen für die Initiative Stadtraum Burgernziel gesammelt. Damit wollen die beiden Initianten eine zweite Abstimmung zur Überbauung des Tramdepots Burgernziel erwirken. Sie wollen während zehn Jahren verhindern, dass die alten Gebäude auf dem Areal abgebrochen werden. In dieser Zeit soll das Areal als Veranstaltungs- und Kulturort genutzt werden. «In Bern fehlen nämlich nicht nur Wohnungen, sondern auch Veranstaltungsorte», sagt Egli, der selbst auf dem Areal das Food-Truck-Festival organisiert. Denn auch solche brauche es, um eine Stadt lebendig zu halten. Vor allem postindustrielle Gebäude, wie die alten Hallen des Tramdepots, seien in Bern rar.

Warum also haben die Initianten nicht früher reagiert und schon vor der Abstimmung gegen die Überbauung geworben? «Wir wollten die Abstimmung zur Überbauung Viererfeld abwarten.» Wäre diese abgelehnt worden, wäre die Sensibilität der Wählerschaft für Veranstaltungsplattformen eine andere gewesen, sagt Egli. «Dann hätten wir die Initiative nicht lanciert.»

DerBund.ch/Newsnet

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