Millionengeschenk für Uni weckt Hoffnungen

Nachdem der Mäzen Hansjörg Wyss schon die Universitäten in Zürich, Genf und Basel reich beschenkt hat, hofft nun auch Bern auf einen Millionenbeitrag des Berner Milliardärs.

Der Mäzen Hansjörg Wyss beschenkte schon die Universität Zürich und die ETH mit Millionen.

Der Mäzen Hansjörg Wyss beschenkte schon die Universität Zürich und die ETH mit Millionen. Bild: Reto Oeschger

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Zu Weihnachten packt die Universität Bern dieses Jahr ein grosses Geschenk aus. Der Absender ist der Berner Mäzen Hansjörg Wyss. Dessen Stiftung sei unter Umständen bereit, 100 Millionen Franken an ein neues Forschungszentrum in Bern zu spenden, teilten die Universität und der Kanton Bern am Freitag mit. Das wäre die höchste Donation, welche die Universität Bern je von einer Einzelperson erhalten hat. Auf Anfrage will sich Wyss zum Projekt nicht äussern.

Doch schon im November hat er in einem Gastbeitrag in der «New York Times» mitgeteilt, dass er mit seiner Stiftung eine Milliarde US-Dollar für den Umweltschutz spenden wolle. Noch bevor das bekannt wurde, klopfte die Universität bei Wyss mit ihrem Anliegen an. Der Hochschule schwebt ein Wyss Centre Bern vor, das Forscher des Interdisziplinären Zentrums für Nachhaltige Entwicklung und Umwelt, des Oeschger-Zentrums für Klimaforschung und des Instituts für Pflanzenwissenschaften unter einem Dach vereint.

Doch Wyss’ Weihnachtspräsent hat einen kleinen Makel. Denn der im Stadtberner Weissensteinquartier aufgewachsene Wyss will seine Millionen erst springen lassen, wenn der Kanton und die Universität zum neuen Wyss Centre Bern auch je 50 Millionen Franken beitragen. Deshalb präsentierte Volkswirtschaftsdirektor Christoph Ammann (SP) am Freitag die Parlamentsvorlage für das Projekt. Der Grosse Rat soll noch in der Märzsession über die Millionen befinden.

«Ich freue mich über die Möglichkeit, die wir erhalten.»
Christian Leumann
Rektor der Universität Bern

Die Uni hat das nötige Geld

Der Rektor der Universität Bern, Christian Leumann, freut sich über «die Möglichkeit, die wir erhalten». Er betont im Gespräch, dass die Wyss Foundation erst nächsten April darüber entscheide, ob sie das Geld spreche. Der Mäzen zeige aber grosses Interesse, habe die Universität Bern und auch deren Forschungsprojekt an der Universität in Kenia besucht, erzählt er. Die Kasse der Universität erlaubte es, 50 Millionen zum Teil in direkter Finanzierung und zum Teil als wissenschaftliche Dienstleistungen für das neue Centre zu sprechen, sagt Leumann. So habe die Universität ihren finanziellen Spielraum zur Unterstützung von strategisch wichtigen Projekten genutzt.

Die grüne Grossrätin Nathalie Imboden spricht gar von einem «Geschenk des Himmels». Es sei eine sehr gute Entwicklung, dass die Universität Bern ihre Stärken mit einem Zentrum für nachhaltige Entwicklung und Umwelt ausbauen wolle. «In der Klimaforschung sind wir nämlich Weltspitze», sagt sie.

Auch FDP-Grossrat Adrian Haas freut sich über die Nachricht, dass Wyss die Universität beschenken will. Er werde aber als Mitglied der Finanzkommission besonders die Folgekosten im Auge behalten. Er erinnert an das Zentrum Paul Klee, welches ebenfalls von einem Donator finanziert wurde, der den Kanton dann aber mit den teuren Unterhaltskosten sitzen liess.

Einen Neubau plane man für das neue Institut aber nicht, heisst es bei der Universität. Man werde die Arbeitsplätze für die voraussichtlich 50 Mitarbeiter in einem gewöhnlichen Bürogebäude unterbringen. Ziel des neuen Zentrums sei es, Forschung und Praxis in den Themen Klimawandel, Biodiversität und Landnutzung zusammenzuführen und Projekte im Bereich der nachhaltigen Ressourcennutzung umzusetzen. So könnten die Forscher frühestens ab dem Jahr 2020 über eine CO2-neutrale Tourismusregion Jungfrau forschen, oder etwa über den Umgang mit der Ressource Wasser im Dreiseengebiet.

Wichtiger Mäzen

2014 unterzeichnete Hansjörg Wyss die von Bill Gates und Warren Buffett gegründete US-Kampagne The Giving Pledge. Damit verpflichtete er sich, die Hälfte seines auf 5,7 Milliarden US-Dollar geschätzten Vermögens wohltätigen Zwecken zu spenden. Reich geworden war Wyss mit der Orthopädiefirma Synthes, die er an den US-Konzern Johnson & Johnson verkaufte.

Im Oktober vergangenen Jahres kündigte Wyss an, dem Kunstmuseum Bern 20 Millionen Franken für einen Anbau schenken zu wollen, auch die Beyeler-Stiftung in Basel und die Sporthalle in Gümligen erhielten Gelder von ihm. Verschiedenen Universitäten lässt er immer wieder Millionenbeträge zukommen, etwa der Universität Basel oder der ETH und der Universität Zürich – 120 Millionen US-Dollar erhielten Letztere für das gemeinsame Forschungszentrum Wyss Trans­lational Center Zurich. In Genf spendete er 100 Millionen Franken an das Wyss Institute, das auf Hirnforschung spezialisiert ist.

(Der Bund)

Erstellt: 21.12.2018, 21:20 Uhr

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