Universität streicht Karriere-Veranstaltung

Die «Nacht der Karriere» findet dieses Jahr an der Universität Bern nicht mehr statt.

Die Uni Bern kickt eine Veranstaltung aus ihrem Programm.

Die Uni Bern kickt eine Veranstaltung aus ihrem Programm.

(Bild: Thomas Wüthrich)

Sophie Reinhardt@sophiereinhardt

Wie tritt man während eines Bewerbungsgesprächs überzeugend auf, wie bringt einen sein soziales Engagement beruflich voran, und was braucht man im Kleiderschrank, um im Job richtig auftreten zu können? Über Fragen wie diese wird am 22. November an der «Langen Nacht der Karriere» an 13 Schweizer Hochschulen diskutiert. Doch nicht in Bern. Hier findet der Anlass dieses Jahr nicht mehr statt. «Die Universität Bern hat für 2018 – nach drei sehr erfolgreichen Durchführungen – entschieden, mit der Durchführung zu pausieren», heisst es bei der Medienstelle der Universität.

Letztes Jahr stiess die Veranstaltung bei einigen Studierenden auf Widerstand – und sie organisierten eine Gegenveranstaltung unter dem Namen «Die lange Nacht der Bildung». Die Studis diskutierten dabei die zunehmende Ökonomisierung des Studiums und sprachen etwa über gesponserte Lehrstühle und deren Einfluss auf die Forschung. Die alternative Veranstaltung missfiel der Universitätsleitung. Der Generalsekretär der Universität, Christoph Pappa, nannte die «Nacht der Bildung» in einer E-Mail als weder «restlos redlich noch wünschenswert» (der «Bund» berichtete). Die Universität lehnte auch die Vergabe von Räumen an die Studis ab, weshalb sie ihre Veranstaltung im Kirchgemeindehaus Paulus durchführten.

Diesmal in der Uni

Knickte die Universität vor ihren kritischen Studierenden ein? Der Grund für die Absage der Karriere-Nacht sei, «dass die Ressourcen dieses Jahr durch andere Projekte gebunden sind», heisst es bei der Uni. Die berufliche Zukunft der Studierenden sei der Universität Bern aber wichtig, und sie würden auch weiterhin bei der Vorbereitung auf die berufliche Laufbahn unterstützt. Auch wenn die Karriere-Veranstaltung abgesagt wird, wollen die aufmüpfigen Studierenden auch dieses Jahr an der «Nacht der Bildung» festhalten – und diesmal finden sie Platz im Gebäude der Unitobler. Auch in Zürich und Basel sind Alternativ-Veranstaltungen zur «Nacht der Karriere» geplant.

DerBund.ch/Newsnet

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