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Und sie fusionieren doch nicht

Schlachthaus und Dampfzentrale sollen zusammengeführt werden, forderte die städtische Kulturbeauftragte Veronica Schaller. Jetzt ist klar: Die Häuser bleiben unabhängig.

Lena Rittmeyer
Die Zusammenlegung mit der Dampfzentrale ist vom Tisch: Das Schlachthaus-Theater.
Die Zusammenlegung mit der Dampfzentrale ist vom Tisch: Das Schlachthaus-Theater.
Martin Guggisberg (Archiv)

Offiziell informieren wollte man eigentlich erst Anfang April, aber jetzt ist es schon raus: Dampfzentrale und Schlachthaus werden nicht fusionieren. Die Information, die schon länger kursierte und die die «Berner Zeitung» am Donnerstag, 23.03.2017 erwähnte, bestätigt nun auch Martin Müller von Kultur Stadt Bern (ehemals Abteilung Kulturelles). Und so ist die Meldung auch für die städtische Kulturbeauftragte Veronica Schaller «keine grosse Neuigkeit», wie sie gegenüber dem «Kleinen Bund» sagt.

Unmut aus der freien Szene

Über drei Jahre sind vergangen, seit Schaller als Bedingung für eine Subventionserhöhung in der Periode 2016–19 gefordert hat, dass Schlachthaus und Dampfzentrale zusammenzuführen seien. Nachdem Schallers Forderung vor allem in der freien Szene und im Schlachthaus für Unmut gesorgt hat, weniger hingegen bei der Dampfzentrale, gewährte der Gemeinderat den Institutionen eine zweijährige Übergangsphase, in der sie Formen der Kooperation prüfen sollten. Je 200'000 Franken für die Jahre 2016/17 sprach der Stadtrat dafür.

Daraus sind zwei Kooperationsprojekte hervorgegangen: Einerseits das interdisziplinäre Festival «Mix up!», das im September den Beginn der Zusammenarbeit zwischen Schlachthaus und Dampfzentrale markierte, und andererseits das Festival für digitale Kunst «Digital Playground», das nächste Woche beginnt und in den Räumen beider Häuser stattfinden wird.

Gleichzeitig hatten die Vorstände der Häuser eine «Spurgruppe» bestimmt, bestehend aus Vertretern der Institutionen und der Kulturszene, die Möglichkeiten der Zusammenarbeit diskutiert haben. Zwei Modelle waren zuletzt im Gespräch: eines, bei dem die aktuelle Situation bestehen bleibt, das heisst, bei dem eine Kooperation nur auf räumlicher Ebene stattfindet und Verein und Vorstände weiterhin unabhängig voneinander agieren. Und eines, das eine Fusion der Häuser vorsieht, das heisst eine kollektive Leitung und einheitliche Trägerschaft.

Ergebnis stand praktisch fest

Bereits letzten Sommer war auf der gemeinsamen Website Kulturtransparent.be zu lesen, dass sich die Mehrheit der «Spurgruppe» für ersteres Modell und damit für den Status quo ausspricht. Dabei ist es wenig überraschend auch geblieben. Dem Vorschlag, den die Vorstände zuhanden der städtischen Kulturförderung sowie der Trägervereine von Dampfzentrale und Schlachthaus ausgearbeitet haben, wird nun die Stadt folgen. Martin Müller, der bei beiden Häusern als Delegierter der Stadt ohne Stimmrecht im Vorstand sitzt, betont dennoch, dass der Prozess der Entscheidungsfindung stets ergebnisoffen verlaufen sei. «Bis letzten Sommer sind nach meiner Einschätzung verschiedene Lösungen denkbar gewesen.»

Details folgen

Mit dem Resultat der Gespräche müssen nun auch neue Leistungsverträge für die Jahre 2018/19 für Schlachthaus und Dampfzentrale ausgehandelt werden. Am 24.03.2017 wollen die Vereinsvorstände informieren – über Details aus den Diskussionen sowie über die Antwort auf die Frage, ob die Stadt weiterhin 200'000 Franken pro Jahr für Kooperationsprojekte sprechen wird.

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