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Unbekannte sabotierten Billettautomaten

In der Nacht auf Dienstag wurden zahlreiche Billettautomaten von Bernmobil mit Leim funktionsunfähig gemacht.

Am Dienstagmorgen konnten diverse Bernmobil-Billettautomaten nicht benutzt werden.
Am Dienstagmorgen konnten diverse Bernmobil-Billettautomaten nicht benutzt werden.
Franziska Scheidegger (Archiv)

Für einige Berner dürfte es am Dienstagmorgen unmöglich gewesen sein, an einem Ticketautomaten von Bernmobil ein Billett zu kaufen oder ihre Mehrfahrtenkarte zu entwerten. Denn in der Nacht davor verübte eine Gruppierung einen Sabotageakt. «In der Nacht auf Dienstag wurden bei vielen Billettautomaten von Bernmobil mit Leim die Schlitze für den Münzeinwurf, für das Lesen der Bankkarten und für die Entwertung der Fahrkarten verstopft», sagt Rolf Meyer von der Medienstelle Bernmobil.

Es sei noch nicht klar, wie viele Billettautomaten insgesamt betroffen seien, weil man noch nicht alle kontrolliert habe. Es handle sich aber nicht um Einzelfälle. «Wir haben Billettautomaten in Muri, Ostring, Paul-Klee, Wabern oder Bümpliz vorgefunden, die mit handelsüblichem Leim funktionsunfähig gemacht wurden», so Meyer. Derzeit seien Teams daran, betroffene Automaten zu reinigen. 15 bis 30 Minuten dauert gemäss Meyer die Reinigung eines Automaten. Die Höhe der Kosten könne noch nicht abgeschätzt werden, solange die Anzahl der betroffenen Automaten noch nicht feststehe.

«Heftigere» Aktion als sonst

Bekannt wurde der Fall über eine E-Mail an den «Bund» von einem unbekannten Absender. Man solle die nächtliche Aktion dieser anonymen Gruppierung als Aktion gegen das «ausbeuterische Geschäftsmodell» von Bernmobil verstehen, heisst es in der E-Mail. Damit meine der Absender das Projekt «Team Sauber», ein Arbeitsintegrationsprogramm für Asylsuchende, das Bernmobil in Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum Integration der Stadt Bern vor über zehn Jahren lanciert hat. Asylsuchende, die daran teilnehmen, reinigen tagsüber Trams und Busse, indem sie liegen gebliebenen Abfall einsammeln.

Für Meyer ist dieses Motiv absolut unverständlich. Diese Beschäftigung sei extra für die Asylsuchenden als erste Anlaufstelle in den Arbeitsmarkt geschaffen worden. «Das ist keine Ausbeutung, die Asylsuchenden können sich freiwillig dafür melden», sagt Meyer. Es sei nicht die erste Aktion gegen Bernmobil, die sich gegen dieses Projekt richte. «Die ersten Attacken sind schon ein paar Jahre her, allerdings waren sie nie so heftig wie diese», so Meyer. Bisher habe sich die Gruppierung darauf beschränkt, Hängekartons, die in den Fahrzeugen für Bernmobil warben, durch Eigenkreationen auszutauschen oder Aufkleber an die Billettautomaten zu heften. «Dass solche Aktionen aber die Funktionsfähigkeit der Geräte einschränken, ist ein neues Phänomen», so Meyer.

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