«Über Details darf ich nichts sagen»

Die ehemalige KTB-Schauspieldirektorin Stephanie Gräve gibt sich nach ihrer umstrittenen Freistellung enttäuscht.

Zeigt sich erstaunt von der inhaltlichen Kritik ihres Chefs Stephan Märki: Schauspielchefin Stephanie Gräve wurde abgesetzt.

Zeigt sich erstaunt von der inhaltlichen Kritik ihres Chefs Stephan Märki: Schauspielchefin Stephanie Gräve wurde abgesetzt. Bild: Manu Friederich

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Vor über einem Monat hat Sie der Stiftungsrat von Konzert Theater Bern fristlos freigestellt. Nun erklärt er den Konflikt zwischen Ihnen und Intendant Stephan Märki aus der Unverträglichkeit zweier Personen. Gab es die, aus Ihrer Sicht? Es gab Konflikte mit dem Intendanten. Aber die künstlerische Arbeit an sich lief gut, das sagt auch der Stiftungsrat, und ich war der Meinung, dass das mehr zählt als meine eigene persönliche Befindlichkeit. In einem Haus mit 450 Mitarbeitern hat eine Schauspieldirektorin ja auch nicht den ganzen Tag mit dem Intendanten zu tun, sondern vor allem mit Schauspielerinnen, Regisseuren, Dramaturginnen und dem Publikum.

Aber im Kulturschaffen lässt sich das Persönliche besonders schlecht von der Arbeit trennen.
Das stimmt. Aber gerade deshalb versuche ich Persönliches zurückzustellen. Für mich sind Auseinandersetzungen erst einmal kein Grund, eine Arbeit abrupt abzubrechen.

Der Stiftungsrat sagt, die Zerrüttung zwischen Ihnen und Märki habe das Funktionieren der Geschäftsleitung gefährdet, in der Sie beide sassen. Was war denn zerrüttet, und was ist an diesen Sitzungen passiert?
Über solche Details darf ich nichts sagen. Ich habe einen Vertrag mit dem Theater und bin freigestellt, nicht entlassen. Was ich problemlos sagen kann: Für mich wäre es möglich gewesen, weiter an der Lösung unseres Konflikts zu arbeiten.

Dafür sei es zu spät gewesen, sagt der Stiftungsrat: Er habe «alles versucht», aber der Streit sei zu sehr eskaliert.
Es war der Intendant, der meine Freistellung beantragt hat. Das ist bekannt.

Ein gemeinsames Gespräch mit beiden Parteien gab es laut dem Stiftungsrat nicht. Hätten Sie eines erwartet?
Ja, das hätte ich mir gewünscht.

Der Stiftungsrat sagt, er sei schon früh – nämlich kurz nach Ihrem Amtsantritt im Sommer 2015 – auf den Konflikt aufmerksam geworden.
Das weiss ich nicht. Mit mir gab es Gespräche im Dezember.

Das Engagement von Märkis favorisierter Regisseurin Claudia Meyer sei «Gegenstand von Gesprächen» zwischen ihm und Ihnen gewesen, sagt der Kommunikationschef des Theaters. Hat sich die ganze Affäre daran entzündet?
Dazu kann ich mich ebenfalls nicht äussern, und ich will es auch nicht, weil ich keine weiteren Personen in den Konflikt hineinziehen mag.

Sind Sie enttäuscht?
Was sonst. Aber eben: Auf mein persönliches Befinden kommt es nicht an. (Der Bund)

Erstellt: 01.03.2016, 18:24 Uhr

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