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Frierend gegen die soziale Kälte

Am Samstag demonstrierten über 500 Menschen in der Berner Altstadt gegen den Sparkurs des Kantonsparlaments.

Nicht alle die heute in der Berner Altstadt unterwegs waren, befanden sich auf einem Shopping-Trip.
Nicht alle die heute in der Berner Altstadt unterwegs waren, befanden sich auf einem Shopping-Trip.
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Eine Gruppe von Menschen demonstrierte gegen den Sparkurs des Berner Kantonsparlamentes.
Eine Gruppe von Menschen demonstrierte gegen den Sparkurs des Berner Kantonsparlamentes.
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Eingekreistes Tram: Der öffentliche Verkehr wurde durch die Kundgebung zeitweise gestört.
Eingekreistes Tram: Der öffentliche Verkehr wurde durch die Kundgebung zeitweise gestört.
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Bei tiefen Temperaturen standen am Samstag in der Berner Altstadt viele Leute vor den Glühweinständen Schlange. An fast jeder Ecke waren weihnächtliche Klänge von Strassenmusikanten zu hören. Sogar die Terror-Sperrelemente aus Beton sind neuerdings als Päckli getarnt.

Perfekte Weihnachtsstimmung also? Nicht ganz. Einigen Bernerinnen und Bernern war am Samstag gar nicht nach Feiern zumute: Die Rede ist von den linken Aktivisten, die sich als Kollektiv «Sozialen Kahlschlag stoppen» zusammengeschlossen haben. Mit ihrer Spontankundgebung mischten sie und mit ihnen über 500 weitere Demonstrierende die Weihnachtsidylle in Bern zünftig auf. In einem lauten, aber friedlichen Umzug liefen sie durch die Berner Altstadt. Sie piffen, skandierten Parolen und hielten Reden.

Bereits die zweite Demonstration

Die Demonstrierenden wehren sich mit ihrem Umzug gegen das kantonale Sparpaket, über das der Grosse Rat vergangene Woche beraten hat und das auch nächste Woche Thema im Parlament sein wird. Ja, warum gehen sie schon wieder auf die Strasse, wo sie doch erst vor gut einer Woche gegen das Sparpaket demonstriert haben? «Im Parlament gibt es aktuell nicht genügend wirksamen Widerstand gegen den sozialen Kahlschlag», schreibt das Komitee in einer Mitteilung.

Tatsächlich hat der Protest gegen das Sparprogramm bisher noch nicht viel erreicht. Eine Sparmassnahme nach der andern hat der Grosse Rat vergangene Woche abgesegnet. (Hier gehts zur Übersicht über die bereits beschlossenen und noch traktandierten Massnahmen).

Gegen die weissen Männer

Das Hauptanliegen der Demonstrierenden: Der Grosse Rat soll aufhören, bei Behinderten und sozial benachteiligten Menschen zu sparen. So, wie er es vergangene Woche getan hat. «Diese Bürgerlichen sind mehrheitlich Männer, sie sind weiss und meistens haben sie Geld und gehören damit zum privilegiertesten Teil unserer Gesellschaft», sagte eine Rednerin zu Beginn des Umzuges. Und sie fragte die Mitdemonstranten über die blechern klingende Lautsprecheranlage: «Wie kann es sein, dass dieser Grosse Rat über Minderheiten, Benachteiligte und Unterdrückte bestimmt?»

Nach dem Santarunam Freitag wurde der öffentliche Verkehr in der Innenstadt somit auch am Samstag behindert. Wer sich und seine Weihnachtsgeschenke nach Hause bringen wollte, der musste ein paar Minuten länger auf das Tram warten als sonst.

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