Uber scheitert an der Berner Regulierung

Auf Berner Strassen kurven keine Uber-Taxis. Und das wird vorerst so bleiben.

Die Uber-App bleibt in Bern weiterhin ohne Funktion.

Die Uber-App bleibt in Bern weiterhin ohne Funktion. Bild: Keystone

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Das kalifornische Unternehmen Uber macht einen Bogen um Bern. Der Grund: Das Berner Taxireglement. Dieses wurde zwar kürzlich einer Kompletterneuerung unterzogen. Doch auch die neue Version ebnet Uber nicht eben den Weg – im Gegenteil. «Bern hat das Taxireglement erneuert, aber leider nicht an die Digitalisierung angepasst», sagte Uber-Manager Fabian Ladda am Mittwoch an einem Referat beim Business Club Bern.

Auf einer Präsentationsfolie hatte Ladda Bestimmungen aus dem Taxireglement aufgelistet, an die sich Uber halten müsste. Den Ortskundetest beispielsweise. Taxifahrer werden in Bern während einer praktischen Prüfung auf ihre Ortskenntnisse getestet. Dabei dürfen sie einen Stadtplan oder eine Karte verwenden, nicht aber ein Navigationsgerät. Ladda hält das für überholt. «In Zeiten von Navigationsgeräten ist es nicht mehr unbedingt nötig, alle Strassennamen auswendig zu können», sagte er vor dem Berner Wirtschaftspublikum.

Weiter schreibt das Taxireglement vor, wo die Preise angeschrieben sein müssen – «an den Fahrzeugtüren oder auf den Kotflügeln» –, und wie gross die Schrift sein muss: «Höhe der Grossbuchstaben und Ziffern mindestens 24 Millimeter, jene der Kleinbuchstaben mindestens 16 Millimeter». Ladda meinte, bei Uber erfülle ja die App diesen Zweck. Sie gebe Auskunft darüber, wie viel eine gewünschte Fahrstrecke kosten werde.

Auch eine weitere Anforderung des Taxireglements könnte ihm zufolge die App erfüllen. So sind laut Reglement nur «saubere und betriebssichere Taxis ohne grobe Beschädigungen» zum Fahrdienst zugelassen. «Das ist, als wollte man der Gastronomie vorschreiben, dass das Personal freundlich sein müsse», sagte der Uber-Manager. Uber löse das Qualitätsproblem über ein Bewertungssystem in der App, bei dem Kunde und Chauffeur sich gegenseitig Sterne verleihen könnten.

Beeindruckende Expansion

Die Expansion, die der Fahrdienst-Vermittler in den vergangenen Jahren hingelegt hat, ist beeindruckend: In über 450 Städten vermittle Uber heute täglich mehr als 5 Millionen Fahrten, sagte Ladda. «Und diese Folie müsste ich eigentlich fast jeden Tag aktualisieren.»

Die Uber-Gegner, darunter viele Taxifahrer und Gewerkschafter, kritisieren das Unternehmen wegen «Dumping-Löhnen» sowie dafür, dass Ruhezeiten nicht kontrolliert und keine Sozialversicherungen abgerechnet würden. Uber entgegnet, seine Fahrer seien selbständig Erwerbende und daher selbst für Sozialversichungen und die Einhaltung von Ruhezeiten verantwortlich. Uber selbst sei nur eine Vermittlungsplattform. Ob diese Definition der Uber-Fahrer als Selbständige gültig ist, ist rechtlich umstritten.

In der Schweiz sind Uber-Fahrer heute in Basel, Zürich und Genf unterwegs, wo sie nicht dem eigentlichen Taxigesetz unterstellt sind. Unterdessen hat das Unternehmen hierzulande auch Angestellte: Rund 20 Personen sind es. Sie arbeiten in Zürich und Genf und dienen beispielsweise den Fahrern als Ansprechspersonen.

In der Schweiz bietet Uber heute drei Produkte an: Uberblack, ein Limousinenservice mit professionellen Fahrern und Oberklasse-Wagen, UberX, ein Taxiservice mit professionellen Fahrern und Mittelklassewagen, sowie das umstrittene Uberpop, bei dem auch Private mit dem eigenen Autos Fahrten anbieten können.

Die Ambitionen von Uber sind gross: Künftig will das Unternehmen sogar Personentransporte per Drohne anbieten. «Wenn es die Regulatoren denn zulassen», so Uber-Manager Ladda. (Der Bund)

Erstellt: 25.05.2017, 08:47 Uhr

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