Zum Hauptinhalt springen

Turnier der Schatten

Über 120 aufgedeckte Fälle und mehr als 300 Verurteilte – während des Ersten Weltkriegs tobte in der neutralen Schweiz ein Krieg der Spione zwischen Entente und Mittelmächten.

Simon Wälti
Die Nachrichtensektion der Armee verletzte die Neutralität.
Die Nachrichtensektion der Armee verletzte die Neutralität.
Bundesarchiv
Die Militärjustiz messe mit zwei Ellen, war ein oft gehörter Vorwurf zu jener Zeit.
Die Militärjustiz messe mit zwei Ellen, war ein oft gehörter Vorwurf zu jener Zeit.
PTT-Archiv
Die Sympathien waren unterschiedlich verteilt.
Die Sympathien waren unterschiedlich verteilt.
Julius Friedrich Boscovits (Nebelspalter)
Am 27. Januar 1916 kam es an einer Demonstration in Lausanne zu einem Eklat, der zu geharnischten Demarchen der Deutschen führte: Ein Heisssporn entfernt die Flagge des deutschen Kaiserreiches von der Fassade des deutschen Konsulates.
Am 27. Januar 1916 kam es an einer Demonstration in Lausanne zu einem Eklat, der zu geharnischten Demarchen der Deutschen führte: Ein Heisssporn entfernt die Flagge des deutschen Kaiserreiches von der Fassade des deutschen Konsulates.
Bundesarchiv
Die Spionageaffären waren beliebte Motive auf PTT-Postkarten jener Zeit...
Die Spionageaffären waren beliebte Motive auf PTT-Postkarten jener Zeit...
PTT-Archiv
...diese musste die Karten auf Geheiss der Zensurbehörde aber wieder aus dem Verkehr ziehen.
...diese musste die Karten auf Geheiss der Zensurbehörde aber wieder aus dem Verkehr ziehen.
PTT-Archiv
Ein weiteres Postkartenmotiv: Die verräterischen Offiziere Egli und von Wattenwyl stossen, auf einem Esel reitend, Willhelm Tell vom Denkmal.
Ein weiteres Postkartenmotiv: Die verräterischen Offiziere Egli und von Wattenwyl stossen, auf einem Esel reitend, Willhelm Tell vom Denkmal.
PTT-Archiv
Die Schweiz mistet aus.
Die Schweiz mistet aus.
PTT-Archiv
Willhelm Tell räumt auf und packt die Offiziere Egli und von Wattenwyl am Schlaffitchen.
Willhelm Tell räumt auf und packt die Offiziere Egli und von Wattenwyl am Schlaffitchen.
PTT-Archiv
1 / 11

Dass die Schweiz im Zweiten Weltkrieg als Drehscheibe für Agenten und Spionen fungierte, ist bekannt. Vom Ersten Weltkrieg ist dagegen vor allem die Oberstenaffäre im Gedächtnis geblieben, die vor hundert Jahren aufbrach und eine veritable innenpolitische Krise auslöste. Zuerst nahm man den «Whistleblower» aufs Korn, dann verfuhr man mit den Obersten Moritz von Wattenwyl und Karl Egli sehr nachsichtig. General Ulrich Wille wollte mit dem Hinweis, es seien keine nachteiligen Folgen für das Land entstanden, gar keine Untersuchung zulassen. Nur weil der Bundesrat darauf bestand, kam es zu einem Prozess.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.

Abo abschliessen