Turbulentes Jahr fürs Berner Museum für Kommunikation

Das Museum für Kommunikation in Bern erfindet sich gerade neu: Im kommenden August eröffnet es seine neue Dauerausstellung.

Das Museum für Kommunikation blickt auf ein turbulentes Jahr zurück.

Das Museum für Kommunikation blickt auf ein turbulentes Jahr zurück.

(Bild: Adrian Moser (Archiv))

Im Berner Museum für Kommunikation riecht es nach frischer Farbe. Bauarbeiter hämmern und bohren. Das Haus ist gerade dabei, sich neu zu erfinden. Im kommenden August eröffnet es seine neue Dauerausstellung.

Auf rund 2000 Quadratmetern Fläche wird ein neues Konzept umgesetzt. Grösser, interaktiver und thematischer gegliedert wird sie sein, wie Museumsdirektorin Jacqueline Strauss am Dienstag vor den Medien in Bern ausführte.

Im Zeitalter der digitalen Kommunikation will Direktorin Jacqueline Strauss auch der direkten Kommunikation unter den Besuchern Gewicht einräumen. So soll etwa der Vorplatz des Museums bereits ein Ort der Kommunikation sein, auch für das Quartier, das über wenige öffentliche Plätze verfügt, wie Strauss ausführte.

Besuchermässig gut unterwegs

Die Direktorin blickt auf ein turbulentes Jahr zurück. Hätte das Haus im Spätsommer nicht umfangreiche Umbauarbeiten in Angriff genommen, hätte es besuchermässig wohl eines der besten Jahre verbuchen können.

Rund 60'000 Besucherinnen und Besucher wurden bis Mitte August 2016 gezählt. Bei einem durchschnittlichen Besucherandrang wären daraus bis Ende Jahr gut und gerne 85'000 Personen geworden, wie Strauss ausführte. «Wir fanden es fast ein wenig schade, das erfolgreiche Museumsjahr abbrechen zu müssen», sagte die Direktorin. Aber eben: Mitte August 2016 war Schluss und der Bau fortan fest in der Hand der Bauarbeitenden. Nun sind die Umbauarbeiten praktisch fertig. Ende Februar, Anfang März geht es ans Einrichten der neuen Dauerausstellung. Seit fünf Jahren arbeitet das Museumsteam an dem neuen Konzept, das nun Gestalt annehmen soll.

Vieles wird neu, aber nicht alles. Die bei Kindern beliebte Rohrpost bleibt nicht nur erhalten, sondern wird sogar ausgebaut. Ab dem 19. August werden wieder Nachrichten durch die Röhren sausen.

Grössere Wechselausstellungen sind nach der Wiedereröffnung vorderhand noch nicht geplant. Strauss will den Fokus zunächst auf die neue Dauerausstellung richten.

Porträts über Eingewanderte

Trotz umfangreicher Umbauarbeiten, ganz geschlossen war das Museum seit vergangenem Jahr aber nicht. Für die Besucherinnen und Besucher wurde ein Sonderprogramm angeboten mit kleineren Ausstellungen, Depotbesichtigungen und Workshops.

In dieses Sonderprogramm reiht sich auch eine Fotoausstellung ein, die am Wochenende eröffnet wird. «eingewandert.ch» heisst die Schau, die bis Ende März zu sehen ist. Immigration, Integration und Identität sind Stichworte, denen sechs Fotografinnen und Fotografen in ihren Bildern nachspüren.

Migration sei kein neues Phänomen, sondern vielmehr ein Teil des Erfolgsmodells Schweiz, wie Projektleiter Severin Novacki betonte. Die Fotografinnen und Fotografen gäben der Migration mit ihren Werken ein Gesicht und eine Stimme, führte Novacki aus.

Die Zuwanderung stellt die Schweizer Gesellschaft vor Herausforderungen und so stellt sich jedem Einzelnen denn auch die Frage, mit welcher Haltung er oder sie Fremden und Fremdem begegnet.

Ein Bilderserie in der Ausstellung geht beispielsweise der Frage nach, welche Kopfbedeckungen in der Schweiz akzeptiert sind. Eine andere widmet sich Einwanderern spezieller Art: ausländischen Viehrassen, die einheimischen Bauern ein Einkommen sichern. Die Bilder ergänzen die Ausstellungsmacher mit Film- und Tonaufnahmen.

Wandlungen

Das Museum für Kommunikation hat sich über die Jahrzehnte immer wieder neu erfunden und mehrfach Name und Standort gewechselt. Gegründet wurde die Institution 1907 als Museum der PTT (Post, Telefon, Telegraf).

1990 zog die Institution in ein eigenes Gebäude am Helvetiaplatz. Seit 1997 heisst das Haus Museum für Kommunikation.

Der neue Name deutete an, dass sich das Museum auch thematisch öffnete. Einen grossen Erfolg verbuchte das Haus zum Beispiel 2015 mit einer Ausstellung zu Popmusik und Populärkultur in der Schweiz oder 2016 mit der Schau «Dialog mit der Zeit. Wie lebe ich, wenn ich alt bin?»

www.mfk.ch

msl/sda

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