Tschäppät gründet eigenes Unternehmen

Bald muss der amtierende Berner Stadtpräsident Alexander Tschäppät den Erlacherhof verlassen. Nun hat er ein Unternehmen gegründet.

Zum Ende seiner zwölfjährigen Amtszeit gründet Alexander Tschäppät seine eigene Firma.

Zum Ende seiner zwölfjährigen Amtszeit gründet Alexander Tschäppät seine eigene Firma.

(Bild: Franziska Scheidegger)

Am 31. Dezember tritt Alexander Tschäppät (SP) von seinem Amt als Stadtpräsident Berns nach 12 Jahren zurück. Seinen Sitz im Nationalrat behält der Sozialdemokrat jedoch.

Zudem wartet auf Tschäppät nach dem Ende seiner Amtszeit eine neue Herausforderung: Zusammen mit der früheren FDP-Finanzdirektorin Barbara Hayoz und vier weiteren Mitstreitern hat er ein Unternehmen gegründet, berichtet heute der «SonntagsBlick». Sinn und Zweck der «Für Angelegenheiten GmbH» ist laut Handelsregister «die Erbringung von Beratungsdienstleistungen in wirtschaftlichen, unternehmerischen, sozialen und politischen Fragen». Geschäftsführer des jungen Unternehmens wird Tschäppät selbst sein, als Vorsitzende der Geschäftsleitung fungiert seine ehemalige Gemeinderatskollegin Hayoz.

Was will Tschäppät in seiner neuen Aufgabe keinesfalls tun? «Ich werde sicher nicht die bürgerlichen Parteien im nächsten Wahlkampf beraten», so Tschäppät auf Anfrage des «Bund». Tschäppät will sich ganz auf praktische Sachen fokussieren, die ihm nicht zuwider laufen. «Wir können uns hoffentlich die Filetstücke von Aufträgen aussuchen», sagte er. Tschäppät kann sich aber auch vorstellen, eine Geburtstagsparty zu organisieren. «Wir sind sehr offen. Wir werden uns nicht verstecken, wenn es uns braucht.»

Gute Aussichten für das Unternehmen

Gegenüber dem «Sonntags-Blick» sprach der Stadtpräsident selbstsicher über sein neues Projekt. Er und seine Mitstreiter seien vernetzt und wüssten, wie Verwaltungen ticken, sagte Tschäppät. In der Nähe des Inselspitals sind bereits die Büroräumlichkeiten einer alten Fabrikhalle an der Weyermannsstrasse für die Firma angemietet. Tschäppät wolle bei der Kudenakquise jedoch selbst aktiv werden, wie er betonte. «Derzeit haben wir noch kein einziges Mandat.»

Den Gewinn, den das Unternehmen erwirtschaftet, wolle man am Ende eines jeden Monats unter den Mitarbeitern aufteilen. Sein eigenes finanzielles Risiko ist bei der Firmengründung gering. Sein Anteil am Stammkapital von 20'000 Franken beträgt nur 7000 Franken.

Auch andere Exekutivpolitiker wechselten nach ihrer Politkarriere in die Privatwirtschaft. Der ehemalige Bundesrat Moritz Leuenberger hatte 2011 trotz heftiger parteiinterner Kritik zum Bauriesen Implenia gewechselt.

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