Tschäppät geht auf Distanz zu SP-Vorstoss gegen Banken

Ein SP-Vorstoss will Banken in der unteren Altstadt verbieten. Das Thema sei wichtig, der Vorstoss aber «ideologisch», sagt Stadtpräsident Alexander Tschäppät.

Die Zuspitzung auf die Bankenfrage lehnt er ab: Stadtpräsident Alexander Tschäppät.

Die Zuspitzung auf die Bankenfrage lehnt er ab: Stadtpräsident Alexander Tschäppät.

(Bild: Franziska Scheidegger)

An der «ideologisch aufgeladenen Diskussion» für oder gegen Banken in der Berner Altstadt wolle er sich nicht beteiligen, sagt Stadtpräsident Alexander Tschäppät (SP). Die Kantonalbank an der Gerechtigkeitsgasse sei zum Beispiel schon lange da und habe noch nie jemanden gestört, so Tschäppät.

Die SP-Stadträtinnen Katharina Altas und Marieke Kruit empfinden die Banken und besonders die neu eröffnete Filiale des VZ Vermögens-Zentrums an der Kramgasse 66 als «traurig» und «steril». Sie verlangen in einem Vorstoss vom Gemeinderat, dass die Lauben und Parterres der Altstadt künftig nur noch Kleingewerblern, Gastronomen und Kulturschaffenden zur Verfügung stehen.

Oberstes Ziel: Die Altstadt beleben

Die Zuspitzung auf die Bankenfrage lehnt Tschäppät ab. Er anerkenne aber, dass der SP-Vorstoss ein wichtiges Thema aufgreife. «Wir müssen uns dringend mit der Frage beschäftigen, wie wir Leben in die Untere Altstadt reinbringen», sagt der Stadtpräsident. So müsse es gelingen, nicht nur Touristen, sondern die Berner Bevölkerung vermehrt in die Gassen zwischen Zytglogge und Bärengraben zu locken.

Um neue kleine Läden anzusiedeln, müsse man die auch im Vorstoss kritisierten hohen Mietpreise anschauen. Der Ausschluss bestimmter Branchen wäre eine Möglichkeit, die Mietpreise zu senken, so Tschäppät. Doch man könne es auch so sehen, dass die Banken Publikum in die Altstadt brächten. Wenn aber jeder zweite Laden ein Architektur- oder Grafikbüros beherberge, sei er sich hingegen nicht sicher, ob das belebe. Hingegen Kinos und Beizen würden viel neues Publikum bringen.

Einig ist sich der Stadtpräsident mit der SP-Fraktion darin, dass die bestehende Bauordnung nicht ausreicht und es eine Neuregelung braucht.

DerBund.ch/Newsnet

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