Trotz misslungener Fusion mehr Geld

Die Dampfzentrale und das Schlachthaus-Theater schaffen eine neue Stelle, um Kultur zu vermitteln. Dazu sieht der neue Leistungsvertrag mehr Geld vor.

Erhält 35’000 mehr: Das Schlachthaus-Theater an der Rathausgasse.

Erhält 35’000 mehr: Das Schlachthaus-Theater an der Rathausgasse.

(Bild: Martin Guggisberg)

Naomi Jones

Zwar haben sie die Hausaufgaben nicht gemacht. Trotzdem erhalten die Berner Dampfzentrale und das Schlachthaus-Theater von der Stadt Bern mehr Geld. Die Hausaufgabe wäre gewesen, die beiden Häuser zu fusionieren. Im März war klar, dass dies nicht geschehen würde. Nun hat die Stadt mit den beiden Institutionen Leistungsverträge für die nächsten beiden Jahre abgeschlossen. Je 35’000 Franken pro Jahr erhalten die beiden Institution in den nächsten beiden Jahren mehr, um gemeinsame Kulturvermittlung zu betreiben. «Damit schaffen sie etwas Neues und Gemeinsames», sagt Stadtpräsident Alec von Graffenried (GFL). Die Kulturvermittlung sei ein wichtiges Anliegen der Berner Kulturstrategie. Die Stadt habe den beiden Häusern die gemeinsame Vermittlungsstelle nahegelegt.

Nur für zwei Jahre sicher

Trotzdem haben die beiden Institutionen nächstes Jahr weniger Geld in der Kasse. Denn um den Prozess der Zusammenlegung zu unterstützen haben die Häuser dieses und letztes Jahr je 200’000 Franken erhalten. Diese Unterstützung ist nun hinfällig. Da das Geld jedoch für vier Jahre budgetiert war, finanziert die Stadt den beiden Häusern den Aufbau einer gemeinsamen Kulturvermittlungsstelle mit 70’000 Franken pro Jahr. Die restlichen 130’000 Franken pro Jahr sollen der freien Theaterszene zugutekommen. Dies gelte vorerst für zwei Jahre, sagt von Graffenried. Denn schon nächstes Jahr würden die Neuverhandlungen der Leistungsverträge mit allen subventionierten Kulturinstitutionen beginnen. Es sei demnach möglich, dass die Subventionen neu verteilt würden. Spielt dabei auch die Streichung der Bundesmillion eine Rolle? «Nein», sagt von Graffenried. Der Fusionsbeitrag für Dampfzentrale und Schlachthaus-Theater stamme aber aus den allgemeinen Mitteln für Kultur.

Zusammenarbeiten, wenn es sinnvoll ist

Mit dem neuen Geld wollen die Dampfzentrale und das Schlachthaus gemeinsam eine Person zu rund 70 Prozent anstellen, die in beiden Häusern Kulturvermittlung anbieten solle, wie Ursula Dubois, Präsidentin des Vereins Schlachthaus-Theater, sagt. Wie die Vermittlung genau aussehe, sei noch offen. Sie könne in Form von Workshops, einer Website oder Publikumsgesprächen stattfinden. Bereits in den letzten zwei Jahren habe man gemeinsam mit der Dampfzentrale Kulturvermittlung gemacht. Doch nun werde diese ausgebaut. Gerne hätten die beiden Häuser gemäss Dubois auch zwei andere gemeinsame Projekte weitergeführt. Doch die Stadt habe diese nicht finanzieren wollen. Nicola von Greyerz, Präsidentin der Dampfzentrale, empfindet den Entscheid des Berner Gemeinderats als richtig. «Wenn die beiden Häuser zusammenarbeiten wollen, tun sie es, weil es inhaltlich sinnvoll ist», sagt von Greyerz. Für punktuelle gemeinsame Projekte könnten die beiden Institution jederzeit eine Projekteingabe machen und das nötige Geld beantragen. Für die gemeinsame Kulturvermittlungsstelle gebe es nun aber Geld.

DerBund.ch/Newsnet

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